Rheinfelden
Ehemalige Kiesgrube wird in Eichenwald-Reservat integriert

Die teilweise aufgefüllte Kiesgrube Wäberhölzli soll vollständig rekultiviert und mit Eichen bepflanzt werden. Die Änderung der Nutzungsplanung liegt bis zum 27. November auf.

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Die Grube Wäberhölzli (rot eingefärbte Fläche) liegt nahe dem neuen Kraftwerk und der Kiesgrube Chleigrüt.

Die Grube Wäberhölzli (rot eingefärbte Fläche) liegt nahe dem neuen Kraftwerk und der Kiesgrube Chleigrüt.

agis

Im Gebiet Wäberhölzli in Rheinfelden besteht eine ehemalige Kiesgrube, welche nach Beendigung des rund 25 Jahre dauernden Kiesabbaus Ende der 1980er-Jahre nur teilweise wieder aufgefüllt wurde. Die deutlich wahrnehmbare Geländemulde soll nun vollständig aufgefüllt, mit Eichen rekultiviert und in das geplante Eichenwaldreservat integriert werden. Vom 27. Oktober bis zum 27. November liegen ein Gesuch um Nutzungsplanänderung sowie ein temporäres Rodungsgesuch zur öffentlichen Mitwirkung auf.

Im Waldgebiet Wäberhölzli, östlich der Stadt Rheinfelden, besteht eine ehemalige Kiesgrube. Kiesabbau, Teilauffüllung und provisorische Wiederaufforstung des Grubenareals erfolgten von den 1960er- bis zu den 1980er-Jahren. Im Rahmen des Neubaus Wasserkraftwerk Rheinfelden war eine Restauffüllung des Grubenareals Wäberhölzli zur Ablagerung von Rheinausbruchmaterial vorgesehen. Nachdem die Bauherrschaft des Kraftwerks das Ausbruchmaterial anderweitig deponieren und verwerten konnte, ist die für die Restauffüllung der Grube erteilte generelle Rodungsbewilligung zur temporären Rodung von 8 Hektaren Wald per Ende 2008 ungenutzt abgelaufen. Nun wird das Projekt wieder aufgenommen. In der früheren Kiesgrube könnten auf einer Fläche von rund 8 Hektaren rund 650 000 Kubikmeter sauberes Aushubmaterial deponiert werden. Die Verfüllung soll gemäss der vorliegenden Planung in den Jahren 2016 bis 2020 erfolgen.

Bedarf an Deponieplatz

Gemäss kantonaler Planung besteht im unteren Fricktal in den nächsten 5 bis 7 Jahren zu wenig Raum für die Deponierung von sauberem Aushubmaterial. Die Stadt Rheinfelden hat deshalb die Restauffüllung der ehemaligen Grube Wäberhölzli, neben der Realisierung eines grossflächigen Eichenwaldreservats in den Waldungen der Ortsbürgergemeinde Rheinfelden, als Projekt in die regionale Waldentwicklungsplanung Kaiseraugst-Wallbach aufgenommen.

Da die Grube Wäberhölzli mitten im Perimeter des geplanten Eichenwaldreservats liegt und in der Endrekultivierung der verfüllten Grube auf 8 Hektaren Fläche ein ökologisch besonders wertvoller, lichter Eichenwald aufgebaut werden soll, besteht zwischen Eichenwaldreservat und Restauffüllung Wäberhölzli ein enger räumlicher und sachlicher Zusammenhang. Die Restauffüllung der Grube Wäberhölzli ermöglicht die weitgehende Wiederherstellung der ursprünglichen Topografie und die kurzfristige Bereitstellung von dringend benötigtem Deponievolumen für die Verwertung von unverschmutztem Aushub im unteren Fricktal.

Die Festlegung der Rekultivierungszone bedarf einer Änderung der Nutzungsplanung Kulturland sowie eines temporären Rodungsgesuchs. Die beiden Planungsgrundlagen liegen, zusammen mit dem Umweltverträglichkeitsprüfbericht, vom 27. Oktober bis zum 27. November im Stadtbauamt Rheinfelden öffentlich auf. (az)