In der Deponie Leisacher in Gipf-Oberfrick wurden zwischen 1968 und 1979 Bauschutt, Aushub und Hauskehricht abgelagert. An die 20 000 Kubikmeter kamen insgesamt zusammen. Als die regionale Deponie Seckenberg 1979 eröffnet wurde, ging der «Leisacher» zu. Heute erinnert optisch nichts mehr an die Deponie; der «Leisacher» wurde abgedeckt und ist inzwischen wieder ein Acker. Nur beim Umpflügen kommt hie und da ein alter Schuh, ein Kleidungsstück oder ein Teppich zum Vorschein, da die Abdeckung stellenweise nur etwa 30 Zentimeter dick ist.

Problematisch sind allerdings nicht diese Lebens-Restanzen, sondern das, was allenfalls unter der Erde schlummert. Denn die «historische Untersuchung», für die alte Dokumente gesichtet und Zeitzeugen befragt wurden, zeigte, dass eine Belastung des Bodens zumindest nicht ausgeschlossen werden kann. Deshalb wurde die ehemalige «Schutti» im letzten Sommer auf Schadstoffe hin untersucht. Dazu wurden Bodenproben der obersten Schicht sowie Baggersondierungen vorgenommen. Mit den geplanten Grundwasserproben im Abflussbereich der Deponie musste jedoch wegen der Trockenheit im letzten Jahr zugewartet werden.

Diese Messungen konnten nun nachgeholt werden. Das beauftragte Ingenieurbüro hat nach Abschluss der Arbeiten den technischen Bericht erstellt. Danach überschreitet in der obersten Bodenschicht keiner der gemessenen anorganischen Schadstoffe wie Blei, Quecksilber, Kupfer die Richtwerte der Verordnung über Belastungen des Bodens. «Die Belastungen liegen jeweils rund die Hälfte unter den Richtwerten», teilt der Gemeinderat mit.

Bei den anorganischen Schadstoffen überschreiten die polyzyklischen aromatisierten Kohlenwasserstoffe und das Benzoapyren den Richtwert. Die Bodenbelastung wird als schwach beurteilt. Massnahmen können ein Bodenersatz, ein Bodenauftrag oder eine Nutzungseinschränkung sein.

Kein Sanierungsbedarf

Positiv sieht die Situation beim Grundwasser aus. Alle Grundwasserproben halten die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte ein. «Eine Gefährdung des Grundwassers ist somit nicht gegeben», teilt der Gemeinderat mit. «Das Fachbüro stuft das Gefährdungspotenzial der Deponie auf die Umwelt als gering ein und ist der Meinung, dass kein Überwachungs- und Sanierungsbedarf besteht.» Der technische Bericht geht nun an die kantonale Fachstelle, welche für die abschliessende Beurteilung zuständig ist. (twe)