m Evonik-Werk in Rheinfelden-Baden gibt es eine neue Notfallzentrale. Gleich neben der Werkfeuerwehr entstand ein heller Neubau. Besucher werden ihn bald kennenlernen, denn durch diesen Eingang gelangt man künftig in die Firma, von dort aus meldet der Werkschutz die Gäste an. Ebenfalls vom Werkschutz bedient wird nebenan die neue Alarmzentrale. Dort laufen über ein speziell auf das Werk zugeschnittenes Computerprogramm sämtliche Notfallmeldungen zusammen, von dort aus gehen auch alle Alarmierungsmeldungen zu den Einsatzkräften.

Gleich, ob ein Mitarbeiter bei einem Unfall verletzt, irgendwo ein Brand entdeckt wird oder ob sich auf dem Werksgelände ein Verkehrsunfall ereignet, alle Meldungen laufen in der neuen Alarmzentrale zusammen.

Meldewege zusammengeführt

Aus dem vorgegebenen Programm wählt der Diensthabende dann die für den jeweiligen Fall vorgesehenen Hilfs- und Rettungskräfte aus, die im Anschluss ihre Alarmierung erhalten und schnell reagieren können. Standortleiter Peter Dettelmann sieht in der Zusammenführung vieler Meldewege eine deutliche Steigerung der Effektivität bei Notfalleinsätzen.

Es werde sich auszahlen, dass nunmehr Brand- und Werkschutzmitarbeiter unter einer Leitung stehen. Der Schutz von Mensch, Sachwerten und Umwelt sei ein grundsätzliches Anliegen bei Evonik. Dazu gehöre aber auch, bei Zwischenfällen schnell zu reagieren, um Folgen zu vermeiden oder zu verringern.

Peter Wessel, Personalvorstand von Evonik Industries, war extra aus Essen angereist, um bei der Eröffnung der Alarmzentrale in Rheinfelden dabei zu sein. Er bewertete den für 1,2 Millionen Euro erfolgten Neubau als typisch für das Unternehmen. «Wir stellen Spitzenprodukte für alle Welt her, da muss es auch Anliegen sein, Mitarbeiter, Anlagen und Umwelt zu schützen. Sollte es dennoch zu Unfällen und Störungen kommen, zahlt sich schnelle und richtige Reaktion aus.»

Er erklärte weiter, dass es im Werk Rheinfelden vor über 550 Tagen den letzten Unfall gab. Solch lange störungsfreie Zeiten sollten aber nicht dazu verleiten, sich nicht auf Notfälle vorzubereiten.

Der Rheinfelder Oberbürgermeister Klaus Eberhardt würdigte vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, gerade bei der Notfallvorsorge: «Die Chemische Industrie agiert auf höchstem Niveau, das zeigt auch das gerade begonnene neue Forschungszentrum. Die Stadt steht hinter der Industrie, und ich freue mich, dass unsere beiden Feuerwehren so gut miteinander zusammenarbeiten.»

Wichtiges Votum von Schweizer Seite

Einen wichtigen Gedanken griff Walter Jucker auf, Stadtrat aus dem schweizerischen Rheinfelden: «Wichtigstes Kapital der chemischen Industrie ist das Vertrauen der Umgebung», hob er hervor. Evonik kümmere sich darum, wie es den Nachbarn geht und damit sei das Unternehmen vorbildlich.

In der neuen Alarmzentrale werden in den nächsten Wochen die Arbeitsplätze voll ausgestattet. Dies ist nur möglich, wenn die jetzt noch an anderen Stellen im Werk liegenden Plätze voll wirksam umgesetzt sind. Ein spezieller Einsatz-Beratungsraum ist mit moderner Computertechnik, aber ebenso noch mit herkömmlichen Materialien für die Einsatzleitung, ausgerüstet.

In der Werksfeuerwehr von Evonik sichern gegenwärtig 15 hauptamtliche Mitarbeiter und 40 freiwillige Mitglieder aus den Produktionsbereichen die ständige Einsatzbereitschaft. Die neue Alarmzentrale wird an allen Tagen des Jahres besetzt sein. Sie steht auch in direktem Kontakt mit der Leitzentrale des Kreises Lörrach. (rr)