Rheinfelden
«Easy Lesesommer»: Jugendliche holen sich auch dickes Lesefutter für Ferien

Das Projekt «Easy Lesesommer» motiviert Jugendliche zum Lesen –mit Erfolg. Schon jetzt haben sich 150 angemeldet. Es winken nicht nur Preise, sondern auch ein Schreiben, das die Jugendlichen der Lehrstellen-Bewerbung beilegen können.

Marc Fischer
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Barbara Bitterlin mit vier Schülern aus der 3. Real und zwei Schülerinnen aus der 3. Bez, die im letzten Jahr bereits am «Easy Lesesommer» teilgenommen haben – und Feuer und Flamme fürs Lesen sind.

Barbara Bitterlin mit vier Schülern aus der 3. Real und zwei Schülerinnen aus der 3. Bez, die im letzten Jahr bereits am «Easy Lesesommer» teilgenommen haben – und Feuer und Flamme fürs Lesen sind.

Marc Fischer

Sechs Leseratten aus der 3. Real und der 3. Bez begleiteten Barbara Bitterlin zur Präsentation des Projektes «Easy Lesesommer».

Die sechs Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Jahr bereits am Pilotprojekt teilgenommen. «Ich habe beim Projekt Bücher entdeckt, die ich sonst nicht gelesen hätte», schwärmten die Jugendlichen, oder: «Dank dem Lesesommer habe ich auch nachher im Alltag wieder mehr gelesen.»

Damit bewiesen sie, dass das Konzept des Lesesommers funktioniert. «Ziel ist es, Freude und Begeisterung am Lesen zu wecken oder zu verstärken», erklärte Barbara Bitterlin, die Leiterin der Schulbibliothek der Kreisschule Unteres Fricktal (KUF).

Seit Montag können sich die Schülerinnen und Schüler wieder für den «Easy Lesesommer» anmelden – und sie nutzen diese Möglichkeit rege: «Rund 150 Jugendliche haben sich in der Stadt- oder der Schulbibliothek bereits angemeldet», so Barbara Bitterlin, «alle freiwillig, das ist uns sehr wichtig.»

Hilfreich bei Bewerbungen

Nach ihrer Anmeldung erhalten die Jugendlichen einen Lesepass und wählen aus rund 800 Büchern ihre Leseliste aus. Nach den Sommerferien werden sie in einem Gespräch zu den gelesenen Büchern befragt. Teilweise wurden die Fragebogen von älteren Schülern der KUF erarbeitet. Im positiven Fall erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Gratulationsschreiben – unterschrieben von den Bibliotheken und der Schulleitung.

«Dieses Gratulationsschreiben können die Jugendlichen dann ihren Bewerbungen beilegen. Die Lehrbetriebe in und um Rheinfelden sind informiert und der Gewerbeverein Rheinfelden beteiligt sich am Projekt», erklärt Barbara Bitterlin. «Das Schreiben ist eine zusätzliche Qualifikation und es bescheinigt Durchhaltewillen und Selbstständigkeit.»

Um das Schreiben zu erhalten, müssen die Bezirksschüler drei Bücher lesen, Sekundar- und Realschüler zwei und Schüler der Kleinklassen eines, wie Barbara Bitterlin erklärt. Pro Schüler sind auch mehrere Lesepässe möglich.

Neben dem Gratulationsschreiben winken den Rheinfelder Leseratten auch Preise. Unter den Teilnehmern, die das Projekt erfolgreich abschliessen, werden verschiedene Preise verlost, darunter iPods, Kopfhörer, Kino- oder Büchergutscheine.

Besser als ein Film

Und so freuen sich die Jugendlichen auf die Sommerferien – der Bücher wegen. «Lesen ist viel besser als ein Film. Man erhält mehr Informationen und der Film entsteht im Kopf», schwärmt ein Teilnehmer und ein anderer ergänzt: «Und es ist ein gutes Gefühl, wenn man ein dickes Buch gelesen hat.»

Nur einen Kritikpunkt haben die Schülerinnen und Schüler anzubringen: Sie hätten gerne eine noch grössere Auswahl. Und ja, die Bücher dürften auch gerne dicker sein. Um dennoch sicher genügend «Lesefutter» für die langen Ferien zu erhalten, haben die Leseratten bereits beschlossen, dass sie dieses Jahr mehrere Lesepässe ausfüllen werden.