Herznach
Duell der Wortspiele: Slam-Poeten fordern SP-Politiker heraus

Der erste Aargauer Polit-Slam «Speak Out» zog viel Publikum an. Im Vordergrund stand aber nicht das Gewinnen sondern die Texte und die Interaktion mit dem Publikum, sagte – als könnte es nicht anders sein – die Gewinnerin Patti Basler.

Karin Pfister
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Auf der Bühne begeistert Fatima Moumouni, bayrische Slam-Meisterin. kpf

Auf der Bühne begeistert Fatima Moumouni, bayrische Slam-Meisterin. kpf

Slam-Poeten und Politiker kämpfen um die Gunst des Publikums, indem sie eine unterhaltsame Rede vortragen; so kurz zusammengefasst die Idee des ersten Aargauer Polit-Slams, der am Freitagabend in Herznach durchgeführt wurde.

Auf der Bühne standen die vier Slam-Profies Etrit Hasler, dienstältester Slam Poet aus St. Gallen, Fatima Moumouni, bayrische Meisterin, Manuel Diener, Schweizer Meister Team Slam, und Patti Basler, gebürtige Zeiherin und Slam-Poetin.

Politiker, die sich zum ersten Mal auf Slam-Parkett wagten, waren Nationalrat Cédric Wermuth sowie Nationalrätin Yvonne Feri und Nationalrat Max Chopard.

Im Gegensatz zu einem Poetry-Slam, wo die Protagonisten ihre Rede im Voraus schreiben können, waren in Herznach vor allem Schnelligkeit und Spontanität gefragt. Das Publikum gab Stichworte, Beata Bereuter spielte einen Song, währenddem die Texte vorbereitet werden konnten, und schon standen die Slammer hinter dem Mikrofon.

In Runde eins durften sie sich als Marktschreier an einer Viehversteigerung gebärden und ihren Text, der die Worte «Köppel, Armee, Kaminfeger, Weltfrieden und Offroader» enthalten musste, vortragen.

Das Publikum im gefüllten Gemeindesaal war begeistert und honorierte die witzigen und teilweise auch nachdenklichen Texte, die viel Wortspielereien enthielten, mit Applaus.

Gleichzeitig diente das Publikum als Joker. Wenn einem der Slammer oder Politiker auf der Bühne nichts einfiel, durfte er einen Vertreter aus dem Publikum bestimmen. Bei der Publikumsrunde standen dann gleich fünf Nichtslammer und Nichtpolitiker auf der Bühne, welche zeigten, dass jeder der schreiben und sprechen kann, auch slammen kann. Eine Zuschauerin: «Ich finde es toll, dass man so eine andere Seite von Menschen kennen lernt und sieht, welche Talente noch in ihnen schlummern.»

Dass während einer so kurzen Vorbereitungszeit nicht jeder Text gelingt, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Es war erstaunlich, wie viel Unterschiedliches die verschiedenen Protagonisten aus den fünf Stichworten machten und die kreative Atmosphäre wirkte ansteckend auf alle Zuschauerinnen und Zuschauer. Und schnell vergass man auch, wer Politiker und wer Slammer war: Im Mittelpunkt standen immer die einzelnen Texte.

Das Publikum entscheidet

Die Stärke des Applauses verriet, welcher Slam am besten ankam. Nach fünf Runden und einem Stechen stand dann der Sieger fest. Als Preis gab es eine Flasche «alte Zwetschgen».

Gewonnen wurde der erste Aargauer Polit-Slam von Lokalmatadorin Patti Basler, welche ihren Sieg gleich relativierte: «Es geht beim Slammen nicht ums Gewinnen, sondern um die Texte und die Interaktion mit dem Publikum.»

Organisiert wurde der erste Polit-Slam von der SP des Bezirks Laufenburg, moderiert von Colette Basler. Die Idee für das Format hatte Patti Basler: «Ich kann mir gut vorstellen, einen zweiten Polit-Slam in grösserem Rahmen und dann mit Politikern aller Couleurs durchzuführen.»