Wegenstetten

Drüsiges Springkraut in Wegenstetten rigoros beseitigt

Mulde mit standortfremder Pflanze gefüllt: Ausreissaktion in Wegenstetten von Erfolg gekrönt.

Mulde mit standortfremder Pflanze gefüllt: Ausreissaktion in Wegenstetten von Erfolg gekrönt.

15 Freiwillige beteiligten sich an der Ausreissaktion von nicht standortgerechten Pflanzen in Wegenstetten. Rund drei Stunden standen sie im Einsatz. Der Lohn: Eine mannshohe Mulde voller Neophyten.

Auf Einladung des Gemeinderats Wegenstetten meldeten sich 15 Personen, die die Bachläufe systematisch auf das drüsige Springkraut absuchten, die Pflanzen ausrissen und fachgerecht entsorgten.

Neobiota ist der Überbegriff für eingewanderte Tiere und Pflanzen, mit Neozoen sind die Tiere gemeint. In den letzten Jahren sorgt der Buchsbaumzünsler, als eingeschleppte Art, häufig für Schlagzeilen.

Die nicht standortgerechten Pflanzen werden Neophyten genannt. Speziell an Neobiotas ist, dass sie kaum einheimische Konkurrenz haben, robuster sind und sich daher explosionsartig verbreiten können.

Der Kanton Aargau hat in seinem Aktionsplan 8 Arten definiert, die er bekämpfen möchte. Diese Arten sind einerseits gesundheitsgefährdend für Menschen, wie etwa die Aufrechte Ambrosia (Amrosia artemisiifolia) oder für die Tiere gefährlich wie das Schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens).

Bei dem Japanischen Staudenknöterich (reynoutria japonica) ist vor allem seine extreme Hartnäckigkeit ein Problem. Hat er sich einmal etabliert, sind seine Wurzeln so stark, dass sie Strassen, Kanalisationen und Mauern durchdringen können.

Ausserdem ist eine erfolgreiche Bekämpfung nur mit Herbizid-Einsatz möglich. Weitere unerwünschte Arten sind der Sommerflieder (Buddleja davidii), das einjährige Berufkraut (Erigon annuus), die nordamerikanische und spätblühende Goldrute (Solidago canadensis, solidago gigantea) und das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera).

Sie sind vor allem für die Artenvielfalt eine Gefahr. Haben sie ein Gebiet erfasst, sind sie ungemein potent und breiten sich rasant aus. Als einziger nicht Fremdling in dem Aargauer Aktionsplan ist die Ackerkratzdistel (Cirsium arvense) aufgeführt.

Sie ist ebenso wie der Staudenknöterich schwer bekämpfbar und kleinste Wurzelteile können wieder ausschlagen.

Da die Bekämpfung von Neophyten nur Sinn macht, wenn entlang der Flüsse gemeinsam und gemeindeübergreifend vorgegangen wird haben sich die Talgemeinde beim Jurapark als Pilotregion gemeldet und sich für die Bekämpfung verpflichtet.

Unerwünschte Pflanze

So machten sich die rund 15 Freiwilligen daran, dem drüsigen Springkraut auf den Leib zu rücken. Auffällig war, dass häufig bei Bodenbewegungen oder bei Gartenabraumdeponien die unerwünschte Pflanze aufgefunden wurde.

Es zeigt sich also, dass die Aufrufe der Gemeinde «keine Gartenabfälle wild deponieren» nicht von ungefähr sind.

Während rund dreier Stunden wurde eine Mulde mit dem Springkraut, dass an gewissen Orten bereits mannshoch war, gefüllt.

Vor allem die Landbesitzer entlang des Baches sind gebeten, zu beobachten, ob die eine oder andere Pflanze übersehen wurde. Sobald das drüsige Springkraut rosa-violett blüht, ist es nämlich gut erkennbar und kann vor der Samenbildung leicht ausgerissen werden.

Eventuell wird es noch einen Kontrolleinsatz im August geben, damit geprüft werden kann, ob wirklich keine Pflanze übersehen wurde und um allfällige neue Gebiete rechtzeitig zu bekämpfen.

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