Schenkenbergertal
Droht mit dem Staffeleggzubringer eine Blechlawine?

Die Aarauer und Küttiger freuts, die Fricktaler weniger: Nächste Woche wird der Staffeleggzubringer eröffnet. Dann gehts vom Telli direkt ins Fricktal.

Katja Landolt
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Schleichweg

Schleichweg

Damit wird der Verkehr über die Staffelegg nicht mehr quer durch Aarau und Küttigen geschleust, sondern vom Aarauer Telli direkt auf die Staffeleggstrasse oberhalb von Küttigen.

Im Fricktal rechnet die Bevölkerung mit einer Blechlawine, mit einer Zunahme der Lärmbelastung. Doch wie sieht es im Schenkenbergertal aus? Auch hier scheint der Weg nach Aarau verlockend kurz; statt sich morgens und abends durch das Pendler-Chaos in Wildegg nach Aarau oder zurück zu wursteln, könnte man locker über die Staffelegg fahren. Eine Umfrage in den betroffenen Gemeinden Thalheim, Oberflachs und Schinznach-Dorf aber zeigt: Entsprechende Bedenken gibt es kaum.

«Wird nicht ins Gewicht fallen»

Gar gelassen sieht Hans Rudolf Gysi, Gemeindeschreiber von Schinznach-Dorf, der Zubringer-Eröffnung entgegen: «Ich glaube nicht, dass das ins Gewicht fallen wird.» Seine Thalner Amtskollegin Rosmarie Wernli pflichtet Gysi bei: «Der Mehrverkehr war nie ein Thema.» Ausserdem glaube sie kaum, dass sich die steile und kurvenreiche Hauptstrasse zur attraktiven Abkürzung mausern werde. Auch Peter Feller, Gemeindeammann von Oberflachs, rechnet nicht mit einer Blechlawine: «Es gibt zu wenige Autofahrer, die von diesem Weg profitieren könnten.»

Ähnlich wie die Behörden schätzen auch die Anwohner die Situation ein: «Es kommt, wie es kommt», sagt Hilda Bolliger aus Oberflachs. Der Verkehr sei zwar jetzt schon dicht genug, aber eigentlich spiele ihr das keine grosse Rolle. Ähnlich sieht das auch Hanspeter Siegrist, ebenfalls aus Oberflachs: «Weniger Verkehr wird es sicher nicht geben. Aber hier wird es wohl erträglich sein, die Fricktaler wird es härter treffen als uns.»

Gar keine Bedenken hat Matthias von Rohr aus Oberflachs: «Ich denke nicht, dass der Verkehr stark zunehmen wird. Erst recht nicht im Winter mit den teilweise recht schwierigen Strassenverhältnissen.» Kritisch äussert sich ein Ehepaar aus Schinznach-Dorf: Der Verkehr sei bereits kontinuierlich angestiegen, vor allem am Wochenende. «Wir hoffen, dass es jetzt nicht noch mehr wird.»

Verkehrszählung bringt Klarheit

Auch beim Kanton gibt man Entwarnung: «Wir rechnen im Schenkenbergertal nicht mit Mehrverkehr», sagt Hansruedi Müller, Projektleiter Verkehrsdaten beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Einen ersten Vergleich wird man im Frühling ziehen können; dann nämlich soll eine erneute Verkehrszählung Klarheit schaffen. Eine erste Verkehrszählung war im März 2010 durchgeführt worden.

Wie sich der Verkehr auch entwickeln wird – den pfiffigen Autofahrern wird laut Rosmarie Wernli sowieso bald ein Bein gestellt: 2011 soll in Thalheim die Mauer entlang der Dorfstrasse und 2012 die Dorfstrasse selber saniert werden. «Spätestens dann, wenn die Autofahrer wegen der Baustelle am Rotlicht stehen, wird es ihnen verleiden, über die Staffelegg zu fahren.»