Rheinfelden

Drohnen aus Möhlin für die Blaulicht-Organisationen?

Wird in Zukunft die Polizei Drohnen einsetzen? (Archivbild)

Wird in Zukunft die Polizei Drohnen einsetzen? (Archivbild)

Drohnenbauer Jakob Baumann glaubt nicht, dass Pakete schon bald per Luftpost kommen. Wahrscheinlicher ist laut ihm der Einsatz für Polizei und Co. – An einem Forum im Schützen-Kulturkeller diskutierten Unternehmensvertreter über Erfolgsrezepte.

Roland Brogli, langjähriger Schirmherr der «Erfolgssignale» und Aargauer Regierungsrat, ist überzeugt: «Nur wer Ideen hat, die zu Spitzenqualität und Top-Leistungen führen, ist erfolgreich.» Fabrice Müller und Rolf Zimmermann organisieren zum 15. Mal solch ein Forum, um speziell Informations- und Gedankenaustausch unter Firmenrepräsentanten zu fördern. Diese Initiativen lobte Stadtammann Franco Mazzi zum Auftakt im Schützen-Kulturkeller. Trotz dem teuren Franken gebe es Unternehmen, die im Ausland erfolgreich sind.

Was braucht es im Ausland?

Mit «Interkulturellen Kompetenzen für KMU» beschäftigte sich Brigitta Knickenberg vom gleichnamigen Institut in Zeiningen. Sie hatte selbst lange Zeit im Ausland in unterschiedlichsten Kulturkreisen gearbeitet, wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Hierarchien und Menschen generell, Firmenvertretern, Konferenzgestaltung oder Gesprächsführung gesammelt. «Verständnis für das Andere sowie das Angehen gegen Vorurteile sind unabdingbar.»

Knickenberg sprach speziell Aspekte wie Pünktlichkeit, Detailplanung, Prozessarbeit oder Netzwerkpflege an. Da würden sich die Schweiz und Norwegen ähneln, im nahen Frankreich sei es trotz stärkerer Hierarchien schon anders; ganz zu schweigen von südeuropäischen oder gar afrikanischen Ländern. «Dort sind die Minuten elastischer», meinte sie schmunzelnd. Die Referentin riet bei Auslandsengagements, erst mal die eigene Kultur zu reflektieren und nie über Politik und Religion zu sprechen. Sie räumte ein, dass es nicht leicht sei, sich jene Kompetenz anzueignen, um sich geschickt zwischen Kulturen zu bewegen.

Marken pflegen

Mit einem kräftigen Schuss Selbstironie bezeichnete CEO Christian Consoni von der Ramseier Suisse AG in Sursee sein Unternehmen als «der grösste Saftladen der Schweiz». 80 Prozent des gesamten Mostobstes in der Schweiz, durchschnittlich 70 000 Tonnen jährlich, würden von Ramseier abgenommen – in Zusammenarbeit mit rund 7000 Obstbauern. Die «konsequente Pflege traditionsreicher Marken» sei wichtig, so Consoni. «Unser grösster Kunde ist der Detailhandel.» Investitionen in neue Technologien hielt er für notwendig und nannte Beispiele: 20 Millionen Franken flossen in ein modernes Hochregallager, eine neue Dosenabfüllanlage wurde ebenso installiert wie eine computergesteuerte PET-Anlage. «Bis 2018 sieht unser Investitionsvolumen total rund 80 Millionen Franken vor.» Dass Markt-Innovationen wie Herstellung von saurem Most, Schorle mit Kohlensäure, Moscht-Fondue oder Apfelstrudel wichtig sind, darauf verwies der CEO.

Boomender Drohnen-Markt

Ein international aktives Unternehmen produziert seit Ende 2013 in einer Halle im Bata-Park in Möhlin: Bei UMS Skeldar entstehen Drohnen für den internationalen Markt, sowohl für militärische als auch zivile Einsätze. CEO Jakob Baumann konnte in der Schweizer Armee wertvolle Erfahrungen sammeln. Auf der Welt gebe es eine «gigantische Vielfalt» dieser Fluggeräte voller Hochtechnologie: «Ein boomender Markt.»

Wegen steigender Nachfrage im Sektor Spielzeugdrohnen, aber auch durch andere private Anwender verlangte Baumann aus Sicherheitsgründen eine Regulierung durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt. Als «zukunftsweisend» nannte er das Joint Venture mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab, der mit 47 Prozent am Möhliner Unternehmen beteiligt sei.

Marktchancen erkennt er beispielsweise in der Lieferung von Drohnen an die Blaulicht-Organisationen. Vor einer Illusion warnte der CEO: «Im dicht besiedelten Europa wird man noch lange auf Päckchen warten müssen, die von Drohnen gebracht werden.»

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