Mettau
Dringend gesucht: Wer wird Wirt vom «Post-Café»?

Die Post-Räumlichkeiten in Mettau sollen in ein Café umgenutzt werden. Zwei Bäcker haben der Gemeinde nun eine Absage erteilt.

Dennis Kalt
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Das Gebäude, in dem die Post-Filiale in Mettau untergebracht ist, gehört der Gemeinde.

Das Gebäude, in dem die Post-Filiale in Mettau untergebracht ist, gehört der Gemeinde.

Die Post-Schliessungswelle hat auch Mettau erreicht. Aufgrund der tiefen Nutzungszahlen kann die Filiale nicht mehr in der heutigen Form betrieben werden. Peter Weber, Gemeindepräsident Mettauertal, geht davon aus, dass die Filiale noch mindestens bis 2018 bleibt. Dennoch sucht er bereits nach Lösungen für die Nutzung der Räumlichkeiten. Seine Idee: ein Café mit einer Postagentur.

«Um in den Räumlichkeiten einen Laden einzurichten, ist Mettau definitiv zu klein», sagt Peter Weber und schiebt nach: «Aufgrund der zentralen Lage wäre ein Café ideal und würde Leben in den Ort bringen.» Auf der Suche nach einem potenziellen Interessenten fanden bereits Gespräche statt.

Dies bestätigt Lukas Weber, Bäcker in der gleichnamigen Konditorei im Ortsteil Wil, auf Anfrage der az. Er und seine Frau unterhielten sich kürzlich mit Peter Weber über das Café-Konzept. «Uns wurde jedoch schnell klar, dass wir nicht das Wirte-Paar sind, das Peter Weber sucht», sagt Lukas Weber.

Zweifel an Rentabilität

Des Weiteren habe er mit seiner Bäckerei in Wil bereits alle Hände voll zu tun. In Mettau ein Café zu betreiben, wäre für ihn zudem nur möglich, wenn er ein bis zwei Personen anstellen würde. Er zweifelt hierfür jedoch an der Rentabilität des Cafés: «Mettau ist einfach zu klein, um den nötigen Umsatz zu erwirtschaften. Da wird es schon schwierig werden, die Personalkosten zu decken.» Für Lukas Weber kann es sich bei dem zukünftigen Café-Betreiber deswegen auch nur um einen «optimistischen Idealisten» handeln.

Im Gegensatz zu Lukas Maier sass sein Kollege Roman Maier von der Bäckerei Maier in Laufenburg noch nicht mit Peter Weber an einem Tisch. Für ihn hört sich das Konzept jedoch interessant an. Er sagt: «Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Menschen den Gang zur Post mit einem Café-Besuch verbinden würden.»

Falls Peter Weber auf ihn zukommen würde, wäre er bereit, sich das Konzept anzuschauen: «Natürlich ist es dann in erster Linie eine Frage der Ressourcen und des möglichen Umsatzes», sagt Maier. Genau hier liegt jedoch für Maier der Hase begraben: Weil viele Menschen aus dem Mettauertal bereits sein Café in Laufenburg besuchen, würde er mit einem Café in Mettau nur unnötig Ressourcen verpulvern.

Bedürfnis und Herzblut

Maier legt sich fest: «Für eine Expansions-Strategie liegt Mettau nicht auf unserer Landkarte.» Nach seiner Ansicht könnte ein solches Café unter zwei Voraussetzungen erfolgreich sein: «Erstens muss ein Bedürfnis danach bei den Mettauertalern vorhanden sein und zweitens braucht es einen Betreiber mit viel Herzblut.»

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