Kaiseraugst
Dreijähriges Mädchen nach einem Badeunfall mit dem Helikopter gerettet

Geistesgegenwärtige Badegäste reanimierten in Kaiseraugst ein Mädchen nach einem Badeunfall. Es befindet sich ausser Lebensgefahr. Das Kind war laut Augenzeugen im rund 70 Zentimeter hohen Wasser wohl einen Moment unbeaufsichtigt.

Tanja Bangerter
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Mit einem Helikopter der Rega wurde das Mädchen ins Spital geflogen. archiv

Mit einem Helikopter der Rega wurde das Mädchen ins Spital geflogen. archiv

Das öffentliche Schwimmbecken im Campingplatz in Kaiseraugst war am sommerlichen Sonntagabend voll mit sonnenhungrigen Gästen, die alle eine Erfrischung suchten. Kinder planschten im seichteren Kinderbecken, Familien picknickten auf dem nahegelegenen Rasen. Niemand von ihnen ahnte, dass sich eine Tragödie anbahnte.

Erst als ein Badegast um Hilfe rufend ein bewusstloses, kleines Mädchen aus dem Wasser zog, wurde es fast schon beängstigend still. Die Sirene, die einige Sekunden später über dem Platz ertönte, trieb selbst die letzten Gäste aus dem Wasser.

Dem geistesgegenwärtigen Handeln einer Frau, die bis eben mit ihrer Freundin am Beckenrand plauderte, ist es wohl zu verdanken, dass das Mädchen einige schreckenserfüllte Momente später reanimiert werden konnte.

«Der Einsatz, bei dem alle Rettungskräfte gleichzeitig vor Ort waren, ist sehr positiv verlaufen», betont Ariane Güngerich, Mediensprecherin der Rega Schweiz, deren Einsatzkräfte das dreijährige Mädchen zur Beobachtung ins Unispital flogen. «Sie befindet sich ausser Lebensgefahr», sagt Güngerich nach Rücksprache mit dem Einsatzleiter des gestrigen Rettungsfluges.

«Dank der gelungenen Reanimation von Laien konnte das Mädchen bereits vor Eintreffen der Rettungskräfte erfolgreich reanimiert werden», betont sie. Laien seien oft vor professionellen Rettern als erste am Unglücksort. «Eine solch erfolgreiche Reanimation kann über Leben und Tod entscheiden», so Güngerich.

In den letzten Tagen sei es vermehrt zu Badeunfällen gekommen, denen nicht selten ein fahrlässiger Umgang vorangehe, betont der Mediensprecher der aargauischen Kantonspolizei Bernhard Graser, der den Notruf aus Kaiseraugst um 18.20 Uhr verzeichnete, gegenüber der Aargauer Zeitung.

«Die Gefahr im Wasser wird oft unterschätzt», fügt Graser, den die Geschehnisse hörbar bewegen, an. Auch in diesem Fall war das Kind laut Augenzeugen im rund 70 Zentimeter hohen Wasser wohl einen Moment unbeaufsichtigt.

Dass auch Schwimmflügeli die Aufsicht einer erwachsenen Person keineswegs ersetzen, betont die stellvertretende Aargauer Kantonsärztin Maria Inés Carvajal und fügt an: «Kleine Kinder dürfen nie ohne Aufsicht am Wasser spielen – auch wenn sie Schwimmflügel tragen oder das Wasser nicht tief ist.»

Tauche eine Person mehrmals, kurz aufeinander auf und ab und führe dabei hektische Bewegungen aus, sollte man als Badegast aufmerksam werden, und umgehend den Bademeister verständigen.

Besonders bei ertrinkenden erwachsenen Personen besteht für den Retter ebenfalls Ertrinkungsgefahr, wenn dieser die Wasserrettung nicht wirklich beherrsche, so Carvajal.

Der Bademeister des Campingplatzes, dessen Schwimmbecken, wie auf einem Hinweisschild vermerkt, nicht unter Aufsicht steht, war trotzdem schnell zur Stelle.

Dass auch ein Bademeister nicht alle badenden Personen im Auge behalten könne, sagt die Mediensprecherin der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft Priska Wolfensberger. «Umso mehr, da ertrinkende Personen nicht mit Schreien oder Rufen auf sich aufmerksam machen», fügt Wolfensberger an.

«Besonders bei diesen Temperaturen ist zudem darauf zu achten, genügend zu trinken und sich nicht überhitzt ins Wasser zu stürzen.» Nach üppigen Mahlzeiten sollte eine entsprechende Zeit mit dem Baden gewartet werden.

Diese Vorsichtsmassnahmen sind im Übrigen auch für Jugendliche und Erwachsene geltend, damit auch in Zukunft das Badevergnügen unbeschwert genossen werden kann.