Magden

Drei Varianten, aber für das Pfrundgut ist noch keine klare Lösung in Sicht

Das Areal Pfrundgut bei der Kirche St. Martin ist eine Zone für öffentliche Bauten. Der Gemeinderat und die Kirchengemeinde streben eine Umzonung an.

Das Areal Pfrundgut bei der Kirche St. Martin ist eine Zone für öffentliche Bauten. Der Gemeinderat und die Kirchengemeinde streben eine Umzonung an.

Die Gespräche zwischen Kirche und Gemeinde über die Zukunft des Areals bei der Kirche St. Martin laufen – ein Verkauf oder eine komplette Grünzone kommen für die Kirche nicht infrage.

Ein 14 000 Quadratmeter grosses Maisfeld sorgte im vergangenen Frühjahr für politischen Zündstoff. Der Gemeinderat und die christkatholische Kirchengemeinde beabsichtigten das Areal Pfrundgut bei der Dorfkirche St. Martin umzuzonen. Aus einer Zone für öffentliche Bauten sollten Teile des Areals in eine rund 10 000 Quadratmeter grosse Freihalte- und eine rund 4000 Quadratmeter grosse Wohnzone umgewandelt werden. Im Dorf bildete sich eine breite Opposition und schliesslich wurde das Vorhaben an der Gemeindeversammlung zurückgewiesen.

Rund ein Jahr später nach der emotionalen Versammlung ist es ruhig um das Pfrundgut geworden, möchte man meinen. Doch im Hintergrund verhandeln der Gemeinderat und die christkatholische Kirche. «Es laufen konstruktive Gespräche. Dennoch liegt es in der Natur der Sache, dass es keine einfache Lösung gibt», sagt Gemeindeammann André Schreyer.

Status quo ist unhaltbar

Der Status quo – also die Zone für öffentliche Gebäude beizubehalten – ist sowohl für den Gemeinderat als auch für die Kirchengemeinde mittel- bis langfristig keine Alternative. «Wir haben mit Sicherheit nicht vor, dort eine Schule oder ein Altersheim zu bauen», sagt Manuela Petraglio, Präsidentin der Kirchenpflege. Geht es nach ihr, dann sollen auf dem Pfrundgut nach wie vor günstige Mietwohnungen entstehen.

Insgesamt gibt es drei Varianten, die möglich sind, um den Status quo zu verändern. Erstens: Die Gemeinde zont das Pfrundgut gegen den Willen der christkatholischen Kirche in eine Grünzone um. Für diese Variante haben die Stimmbürger dem Gemeinderat einen Prüfungsauftrag erteilt. «Dieser Entscheid würde höchstwahrscheinlich von der Kirchengemeinde juristisch angefochten werden», sagt Schreyer.

Zweitens: Die Gemeinde kauft der christkatholischen Kirche das Land ab. «Die Frage des Landpreises ist dabei eine äusserst knifflig zu lösende Aufgabe», sagt Schreyer. Diese Variante fegt Petraglio jedoch vom Tisch. Für sie ist klar, dass das Land unverkäuflich ist, egal zu welchem Preis.

Drittens: Ein genau definierter Teil des Areals wird in eine Grünzone, der verbleibende Teil in eine Wohnzone umgewandelt – die einzige Variante, die für die Kirchengemeinde infrage kommt, jedoch bereits an der Sommergemeinde 2016 zurückgewiesen wurde. «Das stellt ein politisches Dilemma dar», sagt Schreyer.

Immerhin ist laut Petraglio die Kirchengemeinde bereit, hinsichtlich dieser Variante Kompromisse zu machen. Dies könnte beispielsweise bedeuten, dass die ursprünglich geplante Wohnzone auf dem Pfrundgut mit einer Grösse von 4000 Quadratmetern zugunsten einer Grünzone verkleinert wird.

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