Wölflinswil
«Drastischer Kundenrückgang» – Raiffeisen-Filiale wird geschlossen

Aufgrund mangelnder Kundenfrequenz gibt die Bank per 30.April 2018 die Geschäftsstelle auf. Stellen werden keine gestrichen: Die Arbeitsplätze werden nach Gipf-Oberfrick verlegt.

Dennis Kalt
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Der Bancomat wird in Wölflinswil erhalten bleiben, doch die Raiffeisenbank-Filiale schliesst per 30.April 2018. Dennis Kalt

Der Bancomat wird in Wölflinswil erhalten bleiben, doch die Raiffeisenbank-Filiale schliesst per 30.April 2018. Dennis Kalt

Mobiles Bezahlen und bargeldloser Zahlungsverkehr sind der Grund, weshalb die Kundenfrequenz an den Schaltern der Banken seit Jahren rückläufig ist. Dies trifft auch auf die RaiffeisenFiliale in Wölflinswil zu. Aufgrund zu geringer Kundenzahlen haben der Verwaltungsrat und die Bankenleitung der Raiffeisen Regio Frick beschlossen, die Filiale in Wölflinswil per 30. April 2018 zu schliessen. Um die Bargeldversorgung sicherzustellen, bleibt der Bancomat erhalten.

«In den letzten Jahren gab es nochmals einen drastischen Rückgang an Kunden in der Wölflinswiler Filiale», sagt Marc Jäger, Vorsitzender der Bankenleitung. Zwar sei die Kundenfrequenz am Schalter schon seit einigen Jahren nicht zufriedenstellend, eine Schliessung der Filiale kam jedoch bisher nicht infrage, weil sich die Raiffeisenbank Regio Frick nach der Fusion mit der Raiffeisenbank Eiken im Jahr 2014 erst konsolidieren wollte. «Es ging zunächst darum, die Strukturen der Geschäftsstellen in Frick und Gipf-Oberfrick zu stärken, damit dort auch eine grössere Anzahl an Kunden gut betreut und beraten werden kann», sagt Jäger.

Beraterraum-Idee verworfen

Für den Standort Wölflinswil habe man sich auch überlegt, ob man nach der Schliessung in der Filiale einen Beraterraum einrichten könnte, um für die Kunden weiter vor Ort zu sein. «Mit dem Standort in Gipf-Oberfrick, der nur fünf Minuten entfernt liegt, kamen wir jedoch zur Überzeugung, dass dies keinen Sinn macht», sagt Jäger.

«Durch die Schliessung der Filiale wird es zu keinem Stellenabbau kommen», versichert Jäger. So werden die Arbeitsplätze der zwei Mitarbeitenden der Geschäftsstelle Wölflinswil nach Gipf-Oberfrick verlegt, wo sie den Kunden zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung stehen. Mit dieser Arbeitsplatzverlegung soll unter anderem garantiert werden, dass man in Gipf-Oberfrick dem verstärkten Kundenbedürfnis nach Beratung in Sachen Vorsorgen, Finanzieren und Anlegen Rechnung tragen kann.

Köbi Brem, Gemeindeammann von Wölflinswil, bedauert zwar den Verlust für die Gemeinde, macht aber auch keinen Hehl daraus, dass die Schliessung abzusehen war: «Ich habe mit den Mitarbeitenden schon ab und zu geredet. Sie haben mit erzählt, dass manchmal gar niemand in die Filiale gekommen sei.»

Aus ökonomischer Sicht könne wohl auch ein Grossteil der Bevölkerung die Schliessung der Filiale nachvollziehen: «Man muss sich ja nur selbst fragen, wie oft man in der heutigen Zeit einen Bankschalter aufsucht», sagt Brem und schiebt nach: «Und falls doch, geht es in erster Linie um Beratungen, bei denen man in einem Büro sein und nicht an den Schalter gehen möchte.»

Anpassen oder nach Frick gehen

Von der Schliessung werden vornehmlich einige ältere Einwohner betroffen sein, die es seit Jahrzehnten gewohnt sind, ihre Geldgeschäfte am Schalter der Bank zu erledigen. Ihnen bleibt nun die Möglichkeit, hierzu in die Geschäftsstelle nach Frick zu fahren oder sich dem technischen Fortschritt zu öffnen. «Es ist zwar eine brutale Geschichte, aber wer sich heutzutage den neuen Technologien nicht stellt, der ist schnell zwischen Stuhl und Bank», sagt Brem. Dies sei nicht nur bei der Bank, sondern auch bei der Post und der Bahn so.

Info-Abend zur Schliessung:

Montag, 13. November, 19 Uhr,

Landgasthof Ochsen, Wölflinswil.