Wie lebten die Menschen in Zeihen vor 100 oder 150 Jahren? Heutige Kinder können sich eine Welt ohne Internet und andere technische Errungenschaften wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen. Wer wissen will, wie das Dorf um 1900 aussah, besucht am besten das Dorfmuseum.

Dessen Lagerräume sind voll; so voll, das vieles, was man gerne zeigen würde, nicht ausgestellt werden kann. Und immer wieder kommen neue beziehungsweise alte Sachen hinzu. «Neu haben wir ein Schlafzimmer ausgestellt, das uns der verstorbene Dr. Simonett aus Frick, gespendet hat», so Ruedi Birri, Mitglied der Kulturkommission, welche für das Dorfmuseum verantwortlich ist.

Das Schlafzimmer stammt zirka aus dem Jahre 1920 und musste teilweise restauriert werden, was Ruedi Birri selber gemacht hat und für ein Laien-Auge nicht zu sehen ist. Allerdings konnte es noch nicht ganz vollständig eingerichtet werden, weshalb im Zeiher Quartalsblatt ein Aufruf gestartet wurde. Gesucht werden unter anderem noch eine Untermatratze mit Metallfedern oder ein Keilkissen zwischen den Matratzen.

Fehlender Ausstellungsplatz

Schon sehr lange im Lager steht die ehemalige Feuerwehrspritze (Jahrgang 1890) der Zeiher Feuerwehr. Diese wurde in Bremgarten hergestellt und die Zeiher haben sie 1907 als Occasion gekauft. Letztmals eingesetzt wurde das Gerät 1933 bei einem Brand auf einem Hornusser Bauernhof. «Uns fehlt schlicht der Platz, um die Spritze auszustellen.» Auch zu gross, um im Landwirtschaftsraum gezeigt zu werden, ist die Röndle. Diese aus Holz gebaute Maschine wurde früher von den Bauern dazu genutzt, um die Spreu vom Weizen zu trennen und Korn zu gewinnen.

Ruedi Birri ist seit Anfang des Jahres neu in der Kulturkommission, der Daniela Müller, Andreas Graf, Markus Schlienger und Silke Eisel angehören. Letztere beiden sind ebenfalls neu mit dabei. Zeitgleich mit dem Wechsel in der Kuko, soll auch das Dorfmuseum etwas «aufgefrischt» werden.

«Wir konnten es um einen Raum erweitern und planen nun eine Ausstellung zum Thema Schule und Kirche. Gezeigt wird zum Beispiel ein altes Schulzimmer», so Ruedi Birri.

Museum 1975 gegründet

Gegründet wurde das Zeiher Dorfmuseum 1975 vom inzwischen verstorbenen Beda Wülser. Er war unter anderem als Seemann unterwegs, und so sind im Lager des Dorfmuseums nicht nur regionale Antiquitäten, sondern auch das eine oder andere Mitbringsel von fernen Reisen eingelagert.

Im Vordergrund steht aber ganz klar Zeihen und seine Vergangenheit, auch wenn man gerne Spenden oder Leihgaben aus umliegenden Dörfern annimmt, sofern diese in eine Ausstellung passen.

Schwarzweiss-Aufnahmen

Momentan zu sehen sind neben dem Schlafzimmer weitere Räume aus dem Wohnbereich wie Küche und Stube sowie die Landwirtschaftsausstellung. Diese wird ergänzt durch zahlreiche Schwarzweiss-Aufnahmen.

Eines der Bilder zeigt ein Ochsengespann, welches einen Wagen durchs Dorf zieht. Ruedi Birri, der diesen Sommer seinen 50. Geburtstag feierte, mag sich selber noch erinnern, dass in seiner Kindheit ab und zu Ochsengespanne im Einsatz waren. Sobald die neue Ausstellung fertig eingerichtet ist, wird sie der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf Vereinbarung werden auch Führungen durchgeführt.