Fricktal
Doppelte Brückenfunktion: Diese Stauwehre dienen als Grenzübergang

Mehrere Rheinübergänge bei den Kraftwerkenin der Region sind zugleich auch Brücken, welche die Schweiz mit Deutschland verbinden. Ab nächstem Jahr wird einzig noch das Kraftwerk Stein-Säckingen nicht begehbar sein.

Walter Christen
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Die Grenzübergänge auf Kraftwerken
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Nach Anpassungen ab Frühjahr 2014 öffentlich begehbar: Stauwehr des Kraftwerks Laufenburg. Fotos: chr
Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern.
Rheinkraftwerk Stein-Säckingen.
Kraftwerk Augst-Wyhlen.
Kraftwerk Rheinfelden.

Die Grenzübergänge auf Kraftwerken

Die Kraftwerkwehre in der Region stehen quer zum Rhein und haben die Aufgabe, den Fluss zu stauen. Das Wasser strömt dann mit Gefälle durch die Turbinen, welche die stromerzeugenden Generatoren antreiben.

Diese Rheinübergänge wurden für das Publikum geöffnet – passierbar auf Schuhsohlen und Veloreifen sozusagen. Denn die Stauwehre erfüllen in dieser Hinsicht auch eine Brückenfunktion und werden von vielen Fussgängern und Radfahrern von beiden Seiten des Rheins rege benützt.

Entlang des Rheins im Fricktal und unmittelbar an der Grenze zu den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden, befinden sich die Kraftwerke Albbruck-Dogern, Laufenburg, Stein-Säckingen, Ryburg-Schwörstadt, Rheinfelden und Augst-Wyhlen. Mit Ausnahme von Laufenburg und Stein-Säckingen verfügen alle über begehbare Wehre.

Wehr Laufenburg ab 2014 geöffnet

Ab Frühjahr 2014 öffnet die Energiedienst Holding AG aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums der Inbetriebnahme des Kraftwerks Laufenburg den Übergang über das Stauwehr für die Öffentlichkeit und investiert dafür rund eine halbe Million Euro: Wanderer und Spaziergänger können dann den Rhein an dieser Stelle zu Fuss überqueren; für Radfahrer wird es leichte Einschränkungen geben.

Der neue Übergang ist Teil des grenzüberschreitenden Rundwegs, der dem Rhein entlang durch die Gemeinden Laufenburg (Schweiz und Deutschland) und Murg führen wird. Direkt am Flussufer können Wanderer künftig die Natur geniessen. Die drei Städte arbeiten noch an der Ausarbeitung der konkreten Streckenführung.

Ab nächstem Jahr wird im Fricktal nur noch das Kraftwerk Stein-Säckingen kein passierbares Wehr haben.

Es wird sich an dieser Situation in absehbarer auch nichts ändern, wie die Aargauer Zeitung von Volker Mergner, Betriebsleiter der Rheinkraftwerk Säckingen AG, in Erfahrung bringen konnte: «Bei uns geht das nicht, weil das ganze Stauwehr viel höher angelegt ist. Es bräuchte viele Treppen und zusätzliche Massnahmen für eine Begehbarmachung, was einfach zu weit führen würde.»

Gesichert und begehbar

Gut gesicherte und begehbare (und für Radfahrer passierbare) Übergänge befinden sich demnach beim Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern, das von 2007 bis 2009 erneuert wurde. Dann kann auch beim Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt, erbaut in den Jahren 1927 bis 1931, das Wehr überquert werden.

Beim 1910 in Betrieb genommenen, neuen Kraftwerk Rheinfelden wurde ebenfalls ein begeh- und befahrbarer Wehrübergang errichtet. Und schliesslich noch das Zwillingskraftwerk Augst-Wyhlen: 212 Meter lang ist das Stauwehr quer über den Rhein.