Rheinfelden

Dominanz ohne Geld: Der EHC verzichtet auf den Aufstieg

Trotz Dominanz kein Aufstieg.

Trotz Dominanz kein Aufstieg.

Die Eishockey-Cracks aus Rheinfelden feiern ein 15:0-Schützenfest und dominieren ihre Gegner – ein 1.-Liga-Aufstieg ist jedoch zu teuer.

Nach dem 21. Saisonsieg in Folge stürmt der EHC Rheinfelden weiter auf den Titel in der 2. Liga zu. Davon will Präsident Hansueli Tischhauser jedoch noch nichts wissen – selbst nach dem 15:0-Schützenfest im Playoff-Viertelfinale gegen den SC Lyss tritt er auf die Bremse: «Wir denken von Spiel zu Spiel und werden auch auswärts gegen Lyss hoch konzentriert zur Sache gehen.» Gelingt dies, kann der EHC bereits heute Samstag im zweiten von drei Playoff-Spielen ins Halbfinale einziehen.

Dass der EHC die Seeländer auswärts nochmals in dieser Höhe vom Eis schiesst, hält Tischhauser für unwahrscheinlich. «Das war schon etwas besonders – Eishockey vom Feinsten. Die Scheibe ist unglaublich schnell gelaufen und die Spieler haben sich in einen Rausch gespielt.» Einer der Gründe für die Siegeswelle des EHC ist die Verstärkung von sieben Spielern aus der 1.-Liga-Mannschaft des EHC Basel. «Das sind ehemalige Rheinfelder, die zurückgekehrt sind, weil sie den Trainingsaufwand für die 1. Liga nicht mehr auf sich nehmen wollen», erklärt Tischhauser.

Ganz verhehlen kann Tischhauser dann doch nicht, dass man die «Super-Runde» gerne mit der Meisterschaft krönen würde. Auf einen Aufstieg in die 1. Liga wird man jedoch verzichten. «Sportlich könnten wir uns dort sicher irgendwo im Mittelfeld der Tabelle etablieren. Unsere finanziellen Mittel reichen jedoch nicht aus», so Tischhauser.

Das Geld fehlt, die Zeit auch

Derzeit beträgt das Budget für den Verein rund 220'000 Franken. Durch einen Aufstieg der 1. Mannschaft würde sich das Budget nahezu verdoppeln. «Ein Aufstieg in die 1. Liga kostet uns etwa 200'000 Franken», so Tischhauser. Dies, weil längere Distanzen zu den Auswärtsspielen zurückgelegt werden müssen, Neuzugänge aufgrund der Ausbildungsentschädigung teuer sind und die Aufwandsentschädigung für die Schiedsrichter steigt. Hinzu kommt, dass einige Spieler aus beruflichen Gründen den Mehraufwand der 1. Liga gar nicht auf sich nehmen können.

Gross Mehreinnahmen würde es für den EHC durch den Antritt in der 1. Liga nicht geben. Dies liegt auch daran, dass Eishockey nicht die gleiche Anziehungskraft wie Fussball auf die Menschen ausübt. «Mag sein, dass durch einen Aufstieg vielleicht 130 oder 50 Zuschauer mehr zu den Heimspielen kommen würden. Das ist jedoch auf die Mehrkosten bezogen kein Verhältnis, das einen Aufstieg rechtfertigen würde.

Bisher trat der EHC erst ein einziges Mal, in der Saison 1998/99, in der 1. Liga an. Daran erinnert sich Tischhauser nur ungern: «Der Verein machte in dieser Saison rund 60 000 Franken Schulden, stieg von der 1. bis in die 3. Liga ab und verlor fast seinen kompletten Vorstand.»

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