Fricktal

Doch keine Fahrt an den Gardasee – Reiseunternehmen leiden unter der Corona-Krise

am Gardasee Nähe Riva

Doch keine Fahrt an den Gardasee – die Fricktaler Reiseunternehmen leiden unter der Corona-Krise.

am Gardasee Nähe Riva

Stornierungen, Umbuchungen und Absagen – die Verunsicherung durch den Corona-Virus trifft auch die Fricktaler Reiseunternehmen. Auch wenn sie Verständnis zeigen, müssen sich die Reiseanbieter mit den finanziellen Auswirkungen beschäftigen.

«Frühlingserwachen am Gardasee – Mediterranes Klima, Blumen und Palmen, idyllische Städtchen». Damit wirbt das Fricktaler Reiseunternehmen Schwarb Reisen auf seiner Website. Noch am Montag hatte Geschäftsführer Rainer Kaufmann die Hoffnung, die für Anfang April geplante dreitägige Carfahrt durchführen zu können. Als am Abend aber die Meldungen aus Italien eintrafen, wonach Ministerpräsident Giuseppe Conte das ganze Land bis mindestens am 3. April abriegelt, war klar, dass die Reise nicht würde stattfinden können. «Wir haben am Dienstag unsere Kunden telefonisch darüber informiert», sagt Kaufmann.

Mit der Absage steht Kaufmann nicht alleine da. Auch bei den Carreise-Anbietern Brem in Wölflinswil und Siegrist-Reisen in Eiken sowie bei den Reise­büros Knecht Reisen mit Filiale in Frick sowie TUI Reisen in Bad Säckingen häufen sich Stornierungen, Umbuchungen und Absagen. «Die Verunsicherung bei Reisen ins Ausland ist allgemein gross», sagt Christoph Brem von Brem Carreisen. Das bestätigt Dominik Schröger von TUI Reisen in Bad Säckingen: «Die Leute haben Bedenken – auch wegen der möglicherweise drohenden Quarantäne nach der Reise.» Für die Frühlingsmonate sind beim Reisebüro im Vergleich mit einem normalen Jahr nur etwa halb so viele Buchungen eingegangen. Gerade für Reisen nach Italien und Asien bestehe derzeit kaum eine Nachfrage, so Schröger.

Die Reiseanbieter zeigen Verständnis für die Verunsicherung ihrer Kunden. Auch deshalb versuchen sie, möglichst frühzeitig über die Durchführung der Reisen informieren zu können. Alleine das allerdings ist eine Herausforderung. Denn da ist die Ungewissheit, wie sich die Situation in der Schweiz und im Ausland in den nächsten Tagen und Wochen entwickelt. Die Reiseanbieter halten sich dabei an die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit und allfällige Reisewarnungen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten. Sie beachten aber auch die Beschlüsse lokaler Behörden. «Wir haben intern einen Krisenstab eingesetzt, der sich aktuell nur darum kümmert, den Überblick über die aktuellen Bestimmungen und Entwicklungen an unseren Reisedestinationen zu behalten und zu entscheiden, wie unser Vorgehen ist», sagt etwa Roger Geiss­berger, CEO von Knecht Reisen.

Einige Mitarbeiter ziehen jetzt Ferientage ein

Gleichzeitig beschäftigen sich die Anbieter auch mit den finanziellen Auswirkungen. «Der Schaden lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen», sagt Kaufmann. Aber schon jetzt zeichnet sich ab: Die Reiseanbieter müssen mit massiven Einbussen rechnen. «Wenn immer möglich, versuchen wir, unseren Kunden eine Reise zu einem späteren Zeitpunkt oder ein alternatives Reiseprogramm anzubieten», sagt Robert Winter von Siegrist-Reisen. «Alle Ausfälle können wir so aber nicht auffangen.» Bei Absagen seitens der Reiseanbieter müssen zudem sie den Kunden die Kosten erstatten. Das trifft vor allem die Reisebüros.

Mehrere Unternehmen haben auf die Situation bereits reagiert. Zum einen ziehen Mitarbeitende Ferien ein oder bauen Überstunden ab. Zum anderen werden auch weitere Massnahmen diskutiert. Roger Geissberger gibt unumwunden zu: «Verbessert sich die Situation langfristig nicht, werden wir auch Kurzarbeit thematisieren müssen.»

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Autor

Nadine Böni

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