Laufenburg

Doch keine Anlage für E-Diesel: Energiedienst steigt aus Pilotprojekt aus

Der Abbruch eines Projekts füDer Grund für den Rückzug von Energiedienst aus dem Projekt ist ein zweites Projekt in der Region.r ein neues Pumpspeicherkraftwerk in Süddeutschland führt zu weniger Gewinn bei der Energiedienst Holding. (Archiv)

Der Abbruch eines Projekts füDer Grund für den Rückzug von Energiedienst aus dem Projekt ist ein zweites Projekt in der Region.r ein neues Pumpspeicherkraftwerk in Süddeutschland führt zu weniger Gewinn bei der Energiedienst Holding. (Archiv)

Die von Audi geplante Anlage für E-Diesel wird nicht in Laufenburg gebaut. Der Energiedienst setzt auf die Power-to-Gas-Anlage in Wyhlen.

400'000 Liter synthetischen Diesel sollte eine Pilotanlage beim Laufenburger Wasserkraftwerk jährlich produzieren. Hinter dem Projekt stand der deutsche Autokonzern Audi zusammen mit der Energiedienst Holding AG und der auf Mikroverfahrenstechnik spezialisierten Ineratec GmbH. Mit der Anlage sollte durch Elektrolyse aus Wasser mit Hilfe von Ökostrom Wasserstoff erzeugt und mit Kohlenstoffdioxid angereichert zu synthetischem Diesel und Wachsen umgewandelt werden. Der synthetische Diesel habe das Potenzial, «herkömmliche Verbrennungsmotoren nahezu CO2-neutral zu betreiben», schrieb Audi im Herbst 2017, als das Projekt lanciert wurde.

Bereits für 2018 wurde damals der Bau- und Produktionsbeginn angekündigt. Tatsächlich erhielten die Initianten die Baubewilligung im Frühjahr 2018 – doch die Detailplanungen zogen sich hin. Und nun kommt das Aus für die Pilotanlage in Laufenburg. Energiedienst habe beschlossen, das sogenannte Projekt Power-to-Liquid auf dem Gelände des Wasserkraftwerks Laufenburg «vorerst nicht weiter zu verfolgen», heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Audi ist bereits mit neuen Partnern im Gespräch

Der Grund für den Rückzug von Energiedienst aus dem Projekt ist ein zweites Projekt in der Region. Das Unternehmen will sich auf den Ideenwettbewerb «Reallabore der Energiewende» des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums konzentrieren, wie Sprecher Alexander Lennemann sagt.

90 Projekte haben am Wettbewerb teilgenommen und Energiedienst ist einer von 20 Gewinnern. Das Reallabor basiert auf der Power-to-Gas-Anlage auf dem Gelände des Wasserkraftwerks Wyhlen, die seit letztem Dezember in Betrieb ist. Hier wird ebenfalls mit Hilfe von Strom aus Wasserkraft Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. «Der erneuerbare Wasserstoff dient im Moment noch dazu, mit fossilen Energieträgern erzeugten Wasserstoff in der Industrie zu ersetzen, soll aber auch als Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge genutzt werden», heisst es in der Mitteilung. Nun sollen zusammen mit Partnerunternehmen Szenarien erarbeitet werden, um den Wasserstoff wirtschaftlich zu vermarkten, wie Lennemann sagt.

«Im Rahmen der Detailplanungen haben wir festgestellt, dass es uns nicht möglich ist, zwei Pilotprojekte mit gleicher Sorgfalt zu entwickeln», so der Energiedienst-Sprecher weiter.  Man habe sich deshalb dazu entschlossen, den Fokus auf das Projekt zu legen, das schon weiter fortgeschritten ist. «Energiedienst schliesst aber nicht aus, das Thema Power-to-Liquid zu einem späteren Zeitpunkt wiederaufzunehmen», sagt Lennemann. Man glaube weiter an diese Technologie.

Dies tut auch Audi. Man bedaure den Ausstieg von Energiedienst, respektiere jedoch deren Entscheidung, sich einem anderen Projekt zu widmen, sagt Audi-Sprecherin Julia Winkler. «Mit dem Projektfortschritt, insbesondere im Bereich Technik, sind wir sehr zufrieden und daher sehr zuversichtlich, das Projekt im Rahmen einer neuen Partnerschaft bald fortführen zu können.» Audi und Ineratec seien bereits in Gesprächen mit neuen Partnern zur Fortführung des Projekts an einem anderen Ort in der Schweiz. Detail könne man aber aufgrund der laufenden Gespräche noch keine bekannt geben, so Winkler.

Zu den Gründen für die lange Planungsdauer sagt sie: «Einer der Gründe für die Verzögerung des Projekts waren die noch unklaren rechtlichen Rahmenbedingungen für erneuerbare Kraftstoffe in der Schweiz, die erheblichen Einfluss auf die Kosten- und Erlösstrukturen der einzelnen Partner haben.» Die Politik in der Schweiz habe jedoch «kürzlich einige positive Entscheidungen getroffen» und weitere seien auf gutem Weg.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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