Rheinfelden

Diskussionen um Deponie, Millionen für Schulhaus

So soll das ausgebaute Engerfeld ab 2018 aussehen. (Visualisierung)

So soll das ausgebaute Engerfeld ab 2018 aussehen. (Visualisierung)

Die Gemeindeversammlung Rheinfeldens entscheidet am 9.Dezember nicht nur über den höchsten Kredit seit mehr als 30 Jahren.

Den Rheinfelder Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern steht wohl eine längere Gemeindeversammlung bevor. Auf der Traktandenliste stehen neben zwei kleinere Krediten auch zwei dicke Brocken. Der eine mit grossem Konfliktpotenzial, der andere mit grossem Investitionsvolumen. Zumindest einer davon scheint bei Stadtammann Franco Mazzi für Bauchschmerzen zu sorgen: das «Wäberhölzli».

Falsche Fakten um «Wäberhölzli»

Die Frage, wie er die Chancen für die traktandierte Rekultivierung der ehemaligen Kiesgrube sieht, beantwortet Mazzi erst nach einem langen Zögern: «Ich weiss es nicht.» Zu viel sei schon darüber geredet und geschrieben worden. Und darum geht es: Die Stadt plant, das rund acht Hektaren grosse Gelände im Waldgebiet Wäberhölzli mit 700 000 Kubikmetern Aushubmaterial aufzufüllen und wieder aufzuforsten. Mazzi zählt die Vorteile auf: «Der Aushub, der in der Region anfällt, muss nicht weit transportiert werden; das ursprüngliche Gelände wird wiederhergestellt und ökologisch aufgewertet; und das Naherholungsgebiet wird attraktiver – in einigen Jahren natürlich.»

Vor allem aus dem am nächsten zur Kiesgrube gelegenen Wohnquartier (Alte Saline) kommt allerdings massiver Widerstand. Unter anderem, weil die Anwohner eine Lärmbelastung fürchten und das Projekt nicht ökologisch sei. «Zum Teil werden schlicht falsche Fakten verbreitet. Es wird sich zeigen, wie viele Stimmbürger davon überzeugt werden konnten», sagt Mazzi.

Er verweist auf die Rodungsbewilligung des Kantons, die seit Ende September vorliegt, und betont: «Der Kanton und das Bundesamt für Umwelt kommen zum Schluss, dass das Projekt den Interessen des Natur- und Heimatschutzes Rechnung trägt, sonst wäre die Bewilligung nicht erteilt worden.»

30 Millionen für das Engerfeld

Der zweite grosse Brocken auf der Traktandenliste scheint den Stadtbehörden leichter aufzuliegen – obwohl es sich dabei um «das grösste Geschäft seit über 30 Jahren» (Stadtrat Hans Gloor) handelt: die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Engerfeld. Diese soll knapp 30 Millionen Franken kosten.

Geplant ist ein vierstöckiger Erweiterungsbau hinter dem heutigen Nord-Trakt. Die Schulreform, die Konzentration der Oberstufe im Engerfeld sowie die Auflösung der Oberstufe in Magden hätten einen zusätzlichen Bedarf von fast 40 Schulzimmern ergeben, so Gloor. Dieser wird gedeckt – und der Neubau kann zu einem späteren Zeitpunkt aufgestockt werden.

Weitermachen trotz Unklarheit

Mit den Planungen habe man so lange gewartet, bis die genauen Bedingungen der Schulreform bekannt waren, sagt Gloor. Nun aber will die Stadt vorwärtskommen: Wird das Projekt an der Gemeindeversammlung bewilligt, soll bis im kommenden Sommer die Baubewilligung vorliegen, ab Herbst gebaut und im August 2018 zum ersten Mal im Neubau unterrichtet werden.

Vorbehalten, so Gloor, ist der Entscheid des kantonalen Amts für Bildung, Kultur und Sport betreffend das Standortkonzept für die Sekundarstufe II – und damit zur Zukunft des Berufsbildungszentrums (BZF) im Engerfeld. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass der Standort Rheinfelden erhalten bleibt», sagen Gloor und Mazzi unisono. «Sobald der Entscheid gefallen ist, wollen wir bereit sein und loslegen können», ergänzt Gloor.

Gemeindeversammlung Rheinfelden Mittwoch, 9. Dezember, 20 Uhr, Saalbau Restaurant Bahnhof.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1