Frick

Dinosaurier Mösch nach 24 Jahren: «Allen kann man es nicht recht machen»

Der langjährige Fricker Ammann Anton Mösch. Annika Bütschi

Der langjährige Fricker Ammann Anton Mösch. Annika Bütschi

Anton Mösch Ende tritt Ende Jahr von der politischen Bühne ab. Er hat Frick stark geprägt, war er doch 28 Jahre lang im Gemeinderat und 24 Jahre lang Ammann. Dabei hat er viele Projekte umgesetzt, musste aber auch Rückschläge verdauen.

28 Jahre im Gemeinderat, 24 Jahre Gemeindeammann: «Wenn man das hört, passt der Begriff Dinosaurier schon etwas zu mir», sagt Anton Mösch.

Ein Foto am Schreibtisch in seinem Büro? Lieber nicht. «Der ist mit Unterlagen belegt. Überhaupt: Im Büro sieht man, dass Frick ein neues Gemeindehaus braucht», sagt Anton Mösch und lacht.

Der Fricker Gemeindeammann hat tatkräftig daran mitgearbeitet, dass Frick tatsächlich ein neues Gemeindehaus bekommt.

Ende September sagte die Fricker Stimmbevölkerung an der Urne Ja zum 12-Millionen-Kredit für die Sanierung der bestehenden Gemeindehäuser und den Bau eines neuen Gemeindehauses.

Mösch wird den Umzug ins neue Gemeindehaus nicht mehr mitmachen.

Ende Jahr tritt er nach 28 Jahren als Gemeinderat – 24 davon als Gemeindeammann – von der politischen Bühne ab.

Grossprojekt Abwasserverband

Die Orts-SVP war es vor 28 Jahren, die Mösch anfragte, ob er nicht für den Gemeinderat kandidieren wolle.

Und Mösch, nach «reiflichen Überlegungen» wie er heute sagt, traute sich das Amt zu und kandidierte.

«Ich hatte das Gefühl, dass man nicht nur konsumieren darf, sondern auch etwas tun muss für die Öffentlichkeit.»

Getan hat er einiges in den Jahren im Gemeinderat. Beispielsweise das Grossprojekt Abwasserverbund Sisslebach mit der ARA Kaisten AG.

In Frick lag 1997 ein von der Gemeindeversammlung bewilligtes Projekt für eine eigene neue Kläranlage bereit, an der auch die Gemeinden Gipf-Oberfrick, Herznach, Oberhof, Oeschgen, Ueken, Wittnau und Wölflinswil beteiligt gewesen waren.

«Wir beschlossen aber, dass ein noch grösserer Zusammenschluss mehr Sinn macht», sagt Mösch.

Ganz so einfach war es jedoch nicht. Bis das Abwasser aus 18 Gemeinden 2004 nach Kaisten fliessen konnte, brauchte es einige Überzeugungsarbeit.

106 Millionen in 24 Jahren

«Mit guten Argumenten und Unterlagen kommt man meistens zum Ziel», sagt Mösch.

Geklappt hat das nicht nur im Fall des Abwasserverbands und beim Aufbau der Regionalpolizei.

In den 24 Jahren, in denen Anton Mösch Gemeindeammann war, investierte Frick über 106 Millionen Franken in neue Projekte – vor allem infrastrukturelle Bauten, wie das Oberstufenschulhaus, die Dreifach-Turnhalle, die Heilpädagogische Schule (HPS) oder die Kindergärten.

Trotz all den umgesetzten Projekten – auch Rückschläge musste der Gemeindeammann verdauen.

Mehrmals wurde ein Projekt von der Gemeindeversammlung abgewiesen oder ein Referendum ergriffen, wie beim Gemeindehaus.«Ich habe das nicht persönlich genommen», sagt Mösch.

«Und allen kann man es nicht recht machen.» Eine gewisse Diplomatie, die Fähigkeit, anständig vorgetragene Kritik anzunehmen und die Zusammenarbeit im Gemeinderat haben Mösch geholfen, die schwierigen Situationen zu überstehen.

«Auch der Verwaltung darf man einmal ein Kränzchen winden, sie kommt sonst oft genug zu kurz», sagt Mösch.

An einen Rücktritt habe er deshalb nie gedacht, sagt Mösch. «Ich bin nicht einer, der schnell aufgibt. Ich will zu Ende bringen, was ich angefangen habe.»

Jetzt ist es aber doch so weit, dass er etwas nicht zu Ende bringen kann.

Mit dem Entwicklungskonzept 2035 hat Frick bereits einige Grossprojekte für die Zukunft aufgegleist: verstärktes Standortmarketing, der vergrösserte Busbahnhof, das neue Gemeindehaus und das Wohngebiet Lammet, über dessen Erschliessung die Gemeindeversammlung am 22. November entscheidet.

Mösch wird bei deren Umsetzung nicht mehr aktiv dabei sein. Grosse Sorgen bereite ihm das nicht. Den Entschluss, dass die laufende Legislatur seine Letzte sein wird, hatte Mösch bereits vor vier Jahren gefällt.

«Ich konnte mich also auf meinen Abschied vorbereiten. Ausserdem ist das Entwicklungskonzept ein gutes Kochbuch», sagt Mösch. Den Kochlöffel wird er nicht mehr selber schwingen, den neuen Köchen will er aber zuschauen.

«Ich bleibe ein politisch interessierter Mensch.» Daneben will er sich ab dem kommenden Jahr vermehrt seinen Hobbys widmen: Jassen, Skifahren und Golf. «Ich will in Zukunft vor allem mehr Zeit in der Natur verbringen», sagt Mösch.

Bei Reisen ins Fricker Partnerdorf Frickingen hat er im süddeutschen Raum einige Golfplätze entdeckt, die ihn interessieren. «Und mein Handicap ist noch so gross, dass ich wohl bis ans Ende meines Lebens daran arbeiten kann», sagt er und lacht.

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