Wallbach
Dieter Roths langer Weg nach Lhasa und zum Buch

Zwei Personen, zwei Fahrräder, 14 Monate, 17500 Kilometer und 300 Seiten. Mit diesen Kennzahlen könnte man die Reise von Dieter Roth und Brigitte Münch aus Wallbach zusammenfassen. In seinem Buch beschreibt Dieter Roth die Entdeckungsreise.

Marc Fischer
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Dieter und Brigitte Roth mit ihren Velos vor dem Potalapalast in Lhasa. zvg

Dieter und Brigitte Roth mit ihren Velos vor dem Potalapalast in Lhasa. zvg

«Im April 2007 bin ich zusammen mit meiner Freundin Brigitte losgefahren», erinnert sich Dieter Roth. Das Ziel war klar: Lhasa. Um dort ein Waisenhaus des Kinderhilfswerkes Tendol Gyalzur zu besuchen, für das die beiden vor und während ihrer Reise Geld sammelten.

Weniger klar war die Reiseroute. «Wir hatten anhand der Weltkarte geplant, wussten aber, dass wir uns unterwegs immer wieder neu orientieren mussten.» Beim Start hätten sie auch nicht gewusst, wie lang sie unterwegs sein würden. Die Veloreise dauerte schliesslich 14 Monate und führte die beiden unter anderem durch die Türkei, Georgien, Turkmenistan, China, Nepal, Kasachstan oder Moldawien.

Warten auf Velos und Visum

«Ursprünglich hatten wir einmal die Idee, jeden fünften Tag zu pausieren», blickt Dieter Roth zurück, «einmal unterwegs, hielten wir uns aber nicht strikt daran.» Es gab auch immer wieder äussere Einflüsse, die die Weiterfahrt beeinträchtigten. «In Istanbul mussten wir rund einen Monat auf das turkmenische Transitvisum warten, in Kasachstan gab es Probleme mit der Ein- und Ausfuhr der Fahrräder. Auch dort dauerte es fast einen Monat, bis wir weiterreisen konnten.» In beiden Fällen blieb als letzter Ausweg nur das Umsteigen auf ein anderes Verkehrsmittel, um die Bedingungen der Behörden erfüllen zu können.

Erinnerungen an die Menschen

Die lange Veloreise liegt bereits fünfeinhalb Jahre zurück, doch immer wieder leben Erinnerungen auf. «Zumeist sind es Erinnerungen, die mit Menschen verbunden sind. Es haben sich auch Bekanntschaften ergeben, die bis heute gepflegt werden», erzählt Dieter Roth.

Er ist im Rückblick überzeugt, mit dem Velo das richtige Reisevehikel gewählt zu haben. «Man kommt so viel näher an die Leute heran – und mit ihnen in Kontakt.» Beeindruckt waren Dieter Roth und Brigitte Münch von der Gastfreundschaft. «Oftmals wurden wir eingeladen, das Zelt auf privatem Grund aufzubauen, oder direkt im Wohnhaus zu übernachten.» Die Sprache war dabei nur selten eine Barriere. «Da wir stets länger in einem Land unterwegs waren, eigneten wir uns die wichtigsten Ausdrücke an, ansonsten haben wir uns auch mit Händen und Füssen verständigt», so Dieter Roth.

Erlebnisse niedergeschrieben

Negative Erfahrungen haben die beiden auf ihrer Reise keine gemacht. «Es gab keine einzige brenzlige Situation», erzählt der Veloreisende, «allerdings haben wir auch immer wieder andere Reisende getroffen, die überfallen oder bedroht worden waren.» Gerade in ländlichen Gebieten sei es aber so, dass es der Mehrheit der Menschen sehr wichtig sei, bei Fremden einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Bereits während der Reise hat Dieter Roth die Erlebnisse und Begegnungen aufgeschrieben. «Eigentlich war der Text schon vor drei Jahren fertig», blickt er auf die Entstehung seines Buches zurück. Und doch war es noch ein langer Weg, bis zur Buchtaufe. «Das Manuskript wurde von den grossen Verlagen abgelehnt, da er nur ein Nischenpublikum anspricht», begründet Dieter Roth.

In der Zwischenzeit ruhte das Projekt immer wieder. Mittlerweile haben Dieter und Brigitte geheiratet und eine Familie gegründet. Dank eines Verlages, der die Bücher bei Bestellungseingang druckt, kann Dieter Roth «Die Entdeckung der Gastfreundschaft» nun endlich taufen. «Vorerst habe ich einmal rund 200 Exemplare bestellt.

Das Buch hat aber eine ISBN-Nummer und kann über die gängigen Kanäle bestellt werden», so der Autor. «Es war uns doch wichtig, die Erinnerungen, Berichte und Anekdoten in Händen halten zu können. Vor allem auch für unsere Angehörigen und Freunde.» Und nicht zuletzt für Tochter Anja, der das Buch gewidmet ist.

Die Buchtaufe findet am Sonntag, 25. November um 16 Uhr im Gemeindesaal in Wallbach statt. Dieter Roth wird Bilder der Reise präsentieren und Passagen aus seinem Buch lesen.