Zeihen

Dieses Töffli-Treffen ist nicht ganz normal

OK-Mitglied Robert Probst mit seinem jüngsten Schatz: ein Schnäpperli der Marke Eigenbau.

OK-Mitglied Robert Probst mit seinem jüngsten Schatz: ein Schnäpperli der Marke Eigenbau.

Wie der Name schon erahnen lässt: An der «Schnäpperli-Challenge» gibt es nicht nur die klassische Rundfahrt. Die Teilnehmenden müssen ihr Können auch bei spassigen Herausforderungen wie beispielsweise einem Parcours unter Beweis stellen.

Hier ist irgendwie nichts normal. Robert Probst lacht, nickt. «Ja, das kann man so sehen», sagt das Vorstandsmitglied des Schnäpperli-Clubs Zeihen. Nichts normal also bei der dritten «Schnäpperli-Challenge» von diesem Samstag.

Ein Beispiel: Auch beim Zeiher Töffli-Treffen findet – wie bei solchen Treffen üblich – eine Rundfahrt statt. In Zeihen aber wird die Rundfahrt mit Zusatzaufgaben garniert: An drei Posten haben die Teilnehmer verschiedene Aufgaben zu lösen. Das kann ein Parcours sein, bei dem die Fahrer auf ihrem Gefährt und mit einer Lanze ausgestattet versuchen, unterschiedlich grosse Ringe einzusammeln und so Zeitboni zu ergattern. Das kann aber auch ein Quiz mit Fragen aus der Töffli-Theorieprüfung sein.

«Wir versuchen immer, Spass und Wissen zu verbinden», sagt Probst. Gemeinsam mit zwei Kollegen rief er die Challenge vor zwei Jahren ins Leben. «Die Schnäpperli liegen derzeit im Trend – und sie sind eine langjährige Passion von uns», sagt Probst. Wieso sich also nicht mit anderen Fans treffen, sich austauschen, fachsimpeln, die eigenen Schätze aus der Garage holen, vielleicht sogar etwas damit prahlen?

Motorenwechsel während der Zimmerstunde

Robert Probsts Leidenschaft für die Zweitakter begann in seiner Jugend. Aufgewachsen in Zeihen, bedeutete das erste Schnäpperli für ihn «die grosse Freiheit», wie er lachend erzählt. «Damit war ich mobil, konnte etwa nach Aarau oder Brugg.» Und: Nach dem Arbeitstag in der Lehre als Koch auch spätabends noch nach Hause fahren. «Ich merkte aber schnell, dass das Töffli für mich nicht nur ein Gebrauchsgegenstand ist. Es machte mir Spass, daran zu basteln und zu bauen», erzählt er. Die Zimmerstunde nutzte er so schon mal für einen Motorenwechsel.

Die Leidenschaft hat ihn nie mehr losgelassen – «auch wenn ich sie mal mehr, mal weniger ausgelebt habe», wie Probst sagt. Heute gehören die Schnäpperli zu seinem Alltag. Probst wirtet mit seiner Frau Caroline im «Rössli» in Zeihen. Nach dem Feierabend setzt er sich regelmässig in seine Werkstatt, «chnüpperlet» an seinem neuesten Projekt. «So kann ich abschalten und runterfahren», sagt er.

Vor kurzem hat er ein Projekt abgeschlossen, ein Töffli der Marke Eigenbau. Tank und Rahmen etwa hat er selber entworfen und hergestellt. Um die 300 Stunden hat er in das Schnäpperli investiert, an der «Challenge» am Samstag wird er es natürlich vorführen. Die nächste Idee hat er auch schon. Wieder möchte er ein Schnäpperli selber bauen, und: Möglichst schnell soll es werden.

Damit möchte er dann im nächsten Jahr am Beschleunigungsrennen teilnehmen. Denn auch das gibt es an der Zeiher «Schnäpperli-Challenge»: Die Fahrer treten in Duellen gegeneinander an. Die Zeiten werden professionell gemessen und live angezeigt. Auch das ist für ein Töfflitreffen irgendwie nicht ganz normal.

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