Kaisten

Dieser Zwergwidder misst sich mit den schönsten der schönen Rammler

Die ideale Form und Farbe – Walter Mischler mit seinem Zwergwidder vom Farbschlag Rhön.

Die ideale Form und Farbe – Walter Mischler mit seinem Zwergwidder vom Farbschlag Rhön.

321 Kleintierzüchter stellen sich am Wochenende dem Urteil der Experten an der Gesamtausstellung des Aargauischen Kleinzüchterverbandes. Unter ihnen auch Walter Mischler und sein Zwergwidder.

Das weiss-grau gescheckte Kaninchen sitzt vertrauensvoll auf dem Tisch und lässt sich die Inspektion seiner Körperteile ohne Mucks gefallen. Walter Mischler streicht dem Tier über den Rücken.

«Die Zeichnung des Fells ist bei diesem Tier ideal», sagt er. «Es erinnert an den Stamm einer Birke: weisser Grund mit grauschwarzen Strichen, Spritzern und Punkten in der richtigen Mischung.» Das Kaninchen gehört zur Rasse Zwergwidder Rhön.

Kaisten: Eine letzte Kontrolle, bevor der Rammler an die Ausstellung geht

Kaisten: Eine letzte Kontrolle, bevor der Rammler an die Ausstellung geht

Mit geübten Händen legt Mischler das Tier auf den Rücken, untersucht die Krallen, schiebt vorsichtig die Lippen des Nagers zurück, um sich die Zähne anzusehen. «Zahnstellung, Gewicht, Färbung – alles so, wie es sein muss», sagt er zufrieden.

Hobby seit 45 Jahren

Seine Hoffnung ist, dass der Rammler an der Gesamtausstellung des Aargauischen Kleintierzüchterverbandes an diesem Wochenende eine hohe Punktzahl erhält. Das wäre nicht verwunderlich, den Walter Mischler ist ein alter Hase unter den Kaninchenzüchtern.

Seit 45 Jahren gehören die Tiere zu seinem Leben. «Wenn ich früher einen anstrengenden Arbeitstag hatte, dann tat es mir gut, wenn ich eine Stunde mit dem Versorgen der Kaninchen verbringen konnte», sagt er. Jetzt ist er pensioniert und sein erster Gang führt ihn morgens zu seinen Zwergwiddern.

Sein Hobby hat für ihn die Faszination noch nicht verloren. «Im Gegenteil, seit ich mehr Zeit mit den Tieren verbringe, fällt mir auf, wie unterschiedlich ihre Charaktere sind.»

Aber Charakter zählt nicht an der Schau der Schönen. Wenn der kleine Zwergwidder gegen seine Konkurrenten in Kaisten antritt, dann müssen die rassespezifischen Schönheitsmerkmale stimmen. Und die sind genau definiert. So genau, dass ein kleines Büschelchen Haare der falschen Farbe am falschen Ort über wertvolle Punkte entscheiden kann.

Steilrücken, Stummelblume, Hechtschnauze

Die Versuchung, der Natur etwas nachzuhelfen, konnte schon der eine oder andere Züchter nicht widerstehen. Das nenne man dann «unerwünschtes oder verbotenes Schaufertigmachen», sagt Walter Mischler.

Das Rupfen oder gar Färben vom Fell wird von den Experten dem Verbandsgericht gemeldet. «Ein Züchter, der sein Tier so manipuliert, wird namentlich in der ‹Tierwelt› genannt und für zwei Jahre in der ganzen Schweiz gesperrt.»

Erlaubt hingegen seien das Entfernen einzelner weisser oder andersfarbiger Stichelhaare, die Fellpflege und das Schneiden der Krallen, ergänzt er. Wer aber mit einem Steilrücken, einer Stummelblume, einer starken Kuhhessigkeit, einer Hechtschnauze oder O-Beinen auf die Welt gekommen ist, wird es in der Welt der schönen und erfolgreichen Kaninchen nicht weit bringen. «Jeder Züchter weiss, dass ein solches Tier keine grossen Chancen an einer Schau hat», sagt Mischler.

Am Freitag findet in Kaisten die Begutachtung der Tiere unter Ausschluss der Züchter statt. «Die Spannung ist riesig, wenn man in die Halle kommt und die Bewertungskarten mit den erreichten Punkten sieht», sagt Walter Mischler.

Am Samstag, 8. Januar, und Sonntag 9. Januar, stellen sich 321 Züchter von Kaninchen, Geflügel und Tauben an der Gesamtausstellung des Aargauischen Kleintierzüchterverbandes in der Mehrzweckhalle dem Urteil der Experten.

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