Im Kaister Wald waren gestern rund 30 Förster und Forstwarte aus dem ganzen Kanton Aargau versammelt. Förster Ernst Furler aus Kaisten erklärte sein Projekt «Eichenwald»: Er führte seine Berufskollegen durch den Pflanzgarten und durch den Kaister Wald. Der Tag wurde genutzt, um Erfahrungen rund um die Pflanzung von Eichen auszutauschen.

Der Kanton Aargau fördert die Pflanzung dieser Baumart mit 30000 Franken pro Hektare Eichenjungwald. Diese Laubbäume sind ein wichtiger Teil der Diversität des Waldes, zudem sind sie ein beliebter Nestort für den seltenen Mittelspecht. Eichen liefern auch wertvolles Holz, das für Möbel oder Weinfässer verwendet werden kann. Und anders als die Fichten profitieren die Eichen vom Klimawandel, da sie warmes Wetter mögen.

Viel Aufwand für Eichen

Eichen sind aber auch heikle Bäume. Anders als die Buchen muss Ernst Furler im Pflanzgarten Eicheln pflanzen, die Pflanzen dann hochziehen und schliesslich in den Wald verpflanzen. Es ist ein aufwändiges Verfahren. Viele Eicheln keimen nicht. Oder Jungbäume wollen nicht recht wachsen. «Ich vermute, dass es mit der Bodenbeschaffenheit zu tun haben könnte», sagt Furler.

Ein weiteres Problem seien die Mäuse, die sich an den Wurzeln zu Schaffen machten. Furler fragte bei Baumschulen um Rat, bekam aber keine zufriedenstellende Antwort. Zudem mag die Eiche keinen so argen Eingriff in die Natur. Da viele Förster im Kanton Aargau mit denselben Schwierigkeiten kämpfen, treffen sie sich regelmässig zum Erfahrungsaustausch. So auch gestern. Während eines Rundgangs im Wald wurde diskutiert, dass das Problem schon mit dem Bezug der Eicheln beginnt. Diese sind teilweise schwierig zu bekommen, da es Jahre mit wenig Eicheln gibt. «Wichtig ist, dass die Eicheln aus der Umgebung kommen und nicht aus dem Ausland», sagt Furler. Er wolle die heimischen Arten unterstützen.

Dieses Jahr blühten die Eichen

Das Problem mit den Eicheln dürfte jedoch für dieses Jahr schon gelöst sein. Eichen blühen nur rund alle vier Jahre, und diesen Frühling war es so weit. Die Förster hoffen nun darauf, dass es somit dieses Jahr auch Früchte gibt. Ein weiteres Thema, das die Förster beschäftigte, war: wie «asten» die Kollegen ihre Bäume? Denn wenn Eichen im Wald allzu frei stehen, fällt viel Tageslicht auf den Stamm.

Dadurch kommen Knospen zum Blühen und am Baum wachsen Äste. Dies sollte nach Möglichkeit verhindert werden, da das Holz weniger schön ist und somit an Wert verliert. Denn abgesehen von der Diversität im Wald müssen die Förster auch immer ans Finanzielle denken und versuchen, mit ihren Bäumen einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen.