Frick

«Dieser Schritt war dringend notwendig» – Kontaktgruppe Asyl begrüsst Werkhof als Asylunterkunft

Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof in Frick wird wieder in Betrieb genommen.

Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof in Frick wird wieder in Betrieb genommen.

Für die Gemeinde ist der Werkhof als Asylunterkunft geeignet. Die Kontaktgruppe Asyl fordert unterdessen Beschäftigungsangebote.

Der Kanton wird die Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof in Frick temporär wieder in Betrieb nehmen und als Corona-Isolierstation für Personen im Asylbereich nutzen. «Dieser Schritt war dringend notwendig», sagt Rolf Schmid von der Kontaktgruppe Asyl Frick und verweist auf den letzte Woche bekannt gewordenen Fall eines Asylsuchenden, der sich infiziert hat und in der Asylunterkunft isoliert wurde.

In den Unterkünften könnten die Hygienevorschriften und Abstände gar nicht eingehalten werden, sagt Schmid und findet «bereits dieses Abwarten der Behörden fragwürdig», denn «alle Menschen haben den gleichen Schutz verdient».

Zusammen mit weiteren Freiwilligen hat Schmid in den letzten drei Jahren die Asylsuchenden in der kantonalen Unterkunft in Frick betreut und kennt die Anlage deshalb. Die Container seien optimal für Isolationen geeignet, findet Schmid. Er erwartet aber gleichzeitig, «dass sämtliche Infizierte, die stärkere Symptome zeigen, umgehend hospitalisiert werden».

Auch der Fricker Gemeindeammann Daniel Suter hält den A3-Werkhof für geeignet. Die Asylunterkunft sei erst vor kurzem ausser Betrieb gegangen und eigne sich, «auch weil die Unterkunft in wenigen Tagen bereitgestellt werden kann, die Lage ausserhalb des Dorfes liegt, eine Isolierung der Infizierten gewährleistet ist und somit eine Ansteckung der Bürger ausgeschlossen werden kann».

Befürchtungen sind ­unbegründet

Befürchtungen, dass mit der Isolierstation ein Coronaproblem auf Frick zukommen könnte, weist Suter zurück. «Solche Sorgen sind unbegründet», sagt der Ammann. «Die der Isolation zugewiesenen Personen dürfen das Areal nicht verlassen.» Der Gemeinderat habe zudem «grosses Vertrauen in die kantonalen Behörden, dass die Unterkunft professionell betrieben und organisiert wird». Dies auch aufgrund der guten Erfahrungen beim regulären Betrieb der Asylunterkunft.

Über die Absicht des Kantons, im Containerdörfli, wie die Asylunterkunft auch genannt wurde, eine Isolierstation einzurichten, informiert wurde die Gemeinde letzte Woche – von Regierungsrat Jean-Pierre Galatti persönlich und von Stefan Ziegler, Leiter des Kantonalen Sozialdienstes.

Für den Betrieb muss der Kanton ein Baugesuch einreichen. Anders als bei einem regulären Betrieb, kann dieses Gesuch aufgrund der Notrechtsverordnung des Bundes auch nachträglich eingereicht werden. Die kantonalen Behörden hätten dazu zwei Monate Zeit, so Suter.

Der Betrieb der Isolierstation ist vorerst für maximal zwei Monate vorgesehen, kann aber laut Suter bei Bedarf verlängert werden. Für die Asylsuchenden, die nun nach Frick kommen, hält Rolf Schmid für wichtig, dass sie transparent und bedürfnisgerecht informiert werden. «Nicht zu viele, dafür konkrete Informationen, die Sicherheit bieten.» Rückmeldungen hätten ihm gezeigt, dass sich einige Menschen, nicht zuletzt aufgrund ihrer Sprachkenntnisse, alleingelassen und zu wenig geschützt fühlten. «Zudem müssen Beschäftigungsangebote zur Verfügung stehen, damit der Alltag im Container einigermassen erträglich wird», fordert Schmid und nennt als Beispiele Bücher oder WLAN.

Die Kontaktgruppe kann sich ebenfalls vorstellen, wieder aktiv zu werden. Erste Gespräche haben laut Schmid bereits stattgefunden. «Allerdings müssen wir zunächst abwarten und schauen, wie gross die Belegung sein wird und über welchen Zeitraum die Unterkunft offen bleibt.»

Schmid könnte sich vorstellen, dass die Kontaktgruppe sich um die Organisation von Beschäftigungsmöglichkeiten – Bücher, Lehrmittel oder einen Telefondienst, um Deutsch zu sprechen – kümmern könnte. Sein Angebot steht: «Der Kanton kann uns gerne kontaktieren.»

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

Meistgesehen

Artboard 1