Seit Ende Februar gibt es in Herznach den Pedibus. Doch dieser fährt nicht, sondern er geht. Ein Erwachsener – quasi der Chauffeur des Busses – begleitet Kindergärtner und Primarschüler dabei über die viel befahrene Hauptstrasse. Der Begleitdienst soll nicht nur die Sicherheit der Kinder gewährleisten, die Kinder sollen dadurch auch lernen, später den Schulweg selbstständig zurückzulegen.

«Die ersten Rückmeldungen sind gut. Die Eltern sind froh, dass ihre Kinder die Strasse sicher überqueren können», sagt Gemeindeschreiber Harry Wilhelm. Aktuell teilen sich sechs Personen die Schichten an den zwei Überquerungsstellen beim Volg und bei der Kreuzung zur Burghaldenstrasse. Diese gehen dann – mit Leuchtweste ausgestattet – zusammen mit den Kindern über die Hauptstrasse.

Lohnkosten um 10 000 Franken

Die Kosten für die «Pedibus-Chauffeure» können von der Gemeinde noch nicht genau beziffert werden, da dafür Erfahrungswerte fehlen. Wilhelm schätzt aber, dass sich die Lohn- und Sozialkosten auf jährlich rund 10 000 Franken belaufen werden.

Zusätzlich zu den Personalkosten fallen für die Gemeinde im ersten Jahr die Initialkosten für das Projekt an. Die Gemeindeversammlung genehmigte dafür im November 2016 einen Kredit in Höhe von 18 000 Franken.

«Diese werden aber wahrscheinlich nicht ganz erreicht. Die Materialkosten beim Pedibus fallen tiefer aus als beim ursprünglich geplanten Lotsendienst», sagt Wilhelm. Die Stimmberechtigten hiessen vor rund eineinhalb Jahren ursprünglich den Kredit gut, um einen Lotsendienst zu finanzieren. Da dafür aber zu wenig Personal gefunden werden konnte, führte man stattdessen den weniger personalintensiven Pedibus ein.

Dass diese Art von Begleitsystem bisher vor allem in der Romandie und im Tessin bekannt ist, ist möglicherweise der Grund, dass sich seit der Einführung des Pedibusses keine anderen Gemeinden in Herznach nach dem Projekt erkundigt haben. «Bisher haben sich noch keine Interessierten bei uns gemeldet», bestätigt Dilan Köpeli, die als Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung für den Pedibus zuständig ist.

Nicht alle nutzen den Pedibus

Köpeli weiss zudem, dass der Begleitservice nicht von allen Kindern genutzt wird. Vor allem schon ältere Schüler der Primarschule gingen oftmals allein über die Strasse. «Die Jüngeren warten aber alle auf den Pedibus», sagt Köpeli. Das Angebot sei freiwillig und es werde niemand gezwungen, mit den Begleitern die Strasse zu überqueren.