Für viele Touristen ist Cusco der Ausgangsort für einen Besuch der weltberühmten Inka-Ruinenstadt Machu Picchu. Der 31-jährige Steiner Anton Oberle wird jedoch während der nächsten drei Jahre in der Stadt im peruanischen Andenhochland wohnen. Am 12. Januar geht der Flug nach Peru, wo Oberle für die Organisation Comundo einen dreijährigen Einsatz leisten wird.

Oberle wird sich in Peru um Projekte kümmern, die für bessere Wohnverhältnisse der indigenen Bevölkerung in Cusco und den umliegenden Dörfern sorgen. Einerseits wird er im Bereich der Solarenergie tätig sein und etwa Solarduschen installieren. Andererseits wird er gemeinsam mit der peruanischen Partnerorganisation Guamán Poma in ländlichen Gebieten verbesserte Holzkochherde einbauen. «Der Rauch wird bei diesen Herden sauber abgeführt. Wenn die Küche nicht mehr verraucht ist, kommt dies der Gesundheit zugute», so Oberle. Zudem brauchen die verbesserten Herde weniger Holz. Bei beiden Projekten kann Oberle, der zunächst Ofenbauer gelernt und später Gebäudetechnik (Heizung-Lüftung-Klima) studiert hat, sein Wissen und seine Erfahrung einbringen. «Während ich bei meinem Job in der Schweiz mit ausgefeilter Technik zu tun hatte, geht es nun darum, mit einfachsten Mitteln zu helfen. Auch das ist anspruchsvoll», so Oberle.

Einblicke in einem Praktikum

Was auf ihn zukommt, weiss der Steiner ziemlich genau. «Ich war 2013 für ein dreimonatiges Praktikum bei Comundo bereits einmal in Peru», erzählt er. Damals habe er schon Einblicke in die Lebensumstände von Bauernfamilien in ländlichen Gebieten Perus erhalten und ein Projekt mit den verbesserten Holzkochherden begleitet. Auch die Kultur des Landes hat er damals schon kennen gelernt. «Das Land hat mich fasziniert», so Oberle.

Mittlerweile hat er Peru, wo auch seine Freundin lebt, bereits dreimal besucht und dabei die Comundo-Projekte nicht ganz aus den Augen verloren. «Bereits vor meinem Praktikum hatte ich Interesse an solchen Hilfseinsätzen, nach den ersten Einblicken ist der Reiz noch grösser geworden», so Oberle. Nun will er, der mittlerweile fliessend Spanisch spricht, auch noch die indigene Sprache Quechua lernen. «Perfekt werde ich es kaum schaffen», so Oberle, «aber es erleichtert die Kontaktaufnahme mit der Bevölkerung auf dem Land, wenn man sich auf Quechua verständigen kann.»

Als er von der offenen Stelle im Peru-Projekt von Comundo erfahren habe, sei ihm der Entscheid, für drei Jahre in Südamerika zu arbeiten, leicht gefallen, so der Fricktaler. Nichtsdestotrotz plant er aber auch schon eine erste Rückkehr in die Schweiz. «Nach anderthalb Jahren bietet Comundo die Gelegenheit, für eine Vortragsreihe in die Schweiz zu reisen. Diese Möglichkeit würde ich gerne wahrnehmen und dabei auch Familie und Freunde wieder treffen.»