Viele Christen feierten auch in diesem Jahr in der katholischen Kirche Peter und Paul in Frick die Auferstehung Jesus Christus in der Osternacht mit einem festlichen Gottesdienst. Es gab jedoch noch einen weiteren wichtigen Anlass zu feiern: Der 21-jährige Sandro Pfeffer aus Frick wurde getauft, erhielt die Sakramente als Siegel in seiner Beziehung zu Gott in der Gemeinschaft.

Die Osternacht begann vor der Kirche mit der Segnung des Feuers, dem Anzünden der Osterkerze, dem Beginn des Lichtfestes. Die Gläubigen gingen mit ihren Kerzen in das Gotteshaus, hörten das Osterlob. In der Wortfeier lasen Mitglieder der Gemeinde, Pastoralassistent Ulrich Feger und Pfarrer Leo Stocker Texte aus dem Alten Testament, die Glocken, die seit dem Donnerstag verstummt waren, läuteten wieder.

Nach der Taufe: Taufpate Ralf Kastenholz (v.l.), Sandro Pfeffer und die Eltern Maria und Thomas Fluri.

Nach der Taufe: Taufpate Ralf Kastenholz (v.l.), Sandro Pfeffer und die Eltern Maria und Thomas Fluri.

Nach der Weihe des Taufwassers erhielt Sandro Pfeffer die Grundsakramente der Kirche durch Pfarrer Leo Stocker, die Segnung mit dem Taufwasser, die Firmung mit Chrisamöl, seine Taufkerze wurde entzündet. Gemeinsam mit allen Christen in der Kirche sprach er das Glaubensbekenntnis, erhielt zum ersten Mal die eucharistischen Gaben: Brot wird zum Leib, Wein zu Blut.

Ein tiefes Erlebnis für Sandro Pfeffer und der Beginn eines neuen, bedeutenden Abschnittes seiner Zukunft.

«Als ich mit neun Jahren gefragt wurde, was ich später einmal beruflich werden will, war meine Antwort spontan und voller Überzeugung: Papst möchte ich werden», erinnerte sich Sandro Pfeffer mit sympathisch offenem Lachen. Wobei ihn natürlich nicht der Status des Kirchenoberhauptes faszinierte, sondern dessen tiefe Gläubigkeit und sein Wirken für alle Menschen.

Liebe auf den ersten Blick

In Rumänien geboren, verbrachte Sandro die ersten sechs Lebensmonate in einem Heim. «Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen», findet er im Nachhinein, als ihn seine Adoptiveltern von dort in die Schweiz holten in einem gesundheitlich äusserst schlechten Zustand. Gemeinsam mit seinen vier Adoptivgeschwistern wuchs er geborgen mit viel Zuwendung im evangelischen Glauben auf.

Voller Dankbarkeit blickt der junge Mann auf seine Kinder-und Jugendjahre zurück, eine grosse Religiosität habe er schon immer in sich gespürt. An der Schwelle zum Erwachsenensein und auf der Suche nach seinem ganz eigenen Lebensweg ging er vor drei Jahren erstmals in das Kloster der Franziskanerbrüder nach Telfs/Innsbruck.

Er wollte Ruhe und Orientierung finden. Mit dem Heiligen Franziskus fühlte er sich emotional sehr verbunden, beeindruckt von dessen festen Glauben, dessen Fröhlichkeit, der Liebe zur Natur und Musik.

Das Kloster war für Sandro vom ersten Tag an ein guter Ort. Er fühlte sich angesprochen vom Für- und Miteineinder von Jung und Alt, der Öffnung jederzeit nach draussen. Von diesen Zeitpunkt an verbrachte er viel Freizeit dort. Er wusste nun, dass er «seinen Weg» gefunden hatte.

Wunsch, Priester zu werden

2020 wird er seine Ausbildung zum Altenpfleger abschliessen, danach möchte er Teil der Gemeinschaft der Franziskanerbrüder werden, in den Orden eintreten, Priester werden. Um diese Entscheidung zu überdenken, sich darauf vorzubereiten, hatte er viel Zeit, in der er begleitet wurde vom Zürcher Franziskaner Paul Zahner. Ein wichtiger Schritt dahin war nun die Taufe in der Osternacht.

Im Orden möchte er sich einbringen in die Betreuung von Menschen, sie stärken im Glauben, mithelfen, die Kirche auch für junge Christen wieder attraktiver zu machen.