Wölflinswil
Dieser 13-Jährige ist Trommel-Schweizermeister

Jonas Näf aus Wölflinswil hat am letzten Samstag einen Schweizer-Meistertitel in seiner Alterskategorie mit der kleinen Trommel beim Drummer- und Percussionisten-Wettbewerb in Altishofen LU gewonnen. Das kommt nicht von ungefähr.

Nadine Pfeifer
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Jonas Näf verbringt seine Freizeit am liebsten im Musikraum im Keller und pendelt dort zwischen Xylofon und Trommel.

Jonas Näf verbringt seine Freizeit am liebsten im Musikraum im Keller und pendelt dort zwischen Xylofon und Trommel.

Nadine Pfeifer

«Ich fühle mich gleich wie vorher, einfach mit einem Pokal daheim», sagt der dreizehnjährige Jonas Näf aus Wölflinswil bescheiden. Er hat am letzten Samstag einen Schweizer Meister Titel in seiner Alterskategorie mit der kleinen Trommel beim Drummer- und Percussionisten-Wettbewerb in Altishofen LU gewonnen.

In der Kategorie Xylofon wurde er Zweiter. In der Gesamtwertung hat er den dritten Rang von ungefähr 200 Teilnehmenden erreicht.

Er ist aber schon auch stolz, gibt er zu. Denn für die Auszeichnungen hat der Schüler der 3. Bez hart gearbeitet. Die meisten seiner Freunde spielen auch Instrumente «aber sie üben wohl weniger zu Hause».

Jonas hingegen verbringt zwischen eineinhalb und zwei Stunden täglich in seinem Übungsraum im Keller. «Also schon nicht am Stück, dazwischen mache ich auch Pausen», erklärt er.

Manchmal spiele er auch mit dem 16-jährigen Bruder Raphael Fussball. «Und bevor ich üben gehe oder in einer Pause muss ich Hausaufgaben machen.»

Selbstkritisch bei Patzern

Nächstes Jahr wird Jonas beim Wettbewerb in der höheren Kategorie antreten müssen. «Die Gruppen sind nach Alter eingeteilt. Sonst wäre es unfair, weil die Älteren schon länger spielen und den Kniff zum Teil schon länger raus haben.» Neben einem Sinn für Fairness hat Jonas auch einen gewissen Ehrgeiz.

Nicht nur beim Musizieren, wo er sich über einen Patzer auch mal ärgern kann. So passiert am Wettbewerb in der Kategorie Xylofon. «Hätte ich beim Wechsel nicht geruckelt, wäre ich vielleicht noch mal Erster geworden.»

Er möchte an die Kanti nach Aarau. Was er später beruflich machen möchte, «das steht alles noch offen». Etwas mit Musik könnte er sich aber durchaus vorstellen.

Damit würde er in die Fussstapfen von Vater Reto Näf treten. Der Dirigent der Jugendmusik Oberes Fricktal hat die Leidenschaft seiner ganzen Familie vererbt. Die elfjährige Fiona spielt Querflöte und Klavier, der sechzehnjährige Raphael Cornet.

Zusammen geht die Familie häufig an Konzerte. «Ich mag Brassbandkonzerte. Es ist lustig, wenn man die Leute auf der Bühne schon kennt», sagt Jonas Näf.

Freunde im ganzen Kanton

Die Musik verfolgt Jonas bis in seine Ferien. Im Januar hat er die Aufnahmeprüfung für die Nationale Jugend Brass Band bestanden. Das ist ein einwöchiges Lager, bei dem man «von früh bis spät» Musik macht und anschliessend Konzerte gibt.

Laut dem stolzen Vater Reto Näf kommen dort nur die besten hin. «Andere verbringen die Ferien daheim und ich gehe eben ins Lager. Das sind auch Ferien, man kommt einfach nicht so zum Schlafen», schmunzelt er. So habe er Freunde im ganzen Kanton gewonnen, die er an ihren Konzerten besucht.

«Also wenn jemand Zeit hat, mich hinzufahren», fügt er noch mit einem Blick zu seiner Mutter an. Jeannette Näf geniesst es aber, die Musik mit der Familie zu teilen: «Es ist nicht selbstverständlich, dass alle mitmachen.»

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