Eingeladen hatten die Sportler der turnenden Familie, zu der die Mukis, die grösseren und kleineren Kinder gemischt gehören, die Jugis Mädchen und Buben, die Geräteturner, der Damen-, Herren- und Frauenturnverein sowie der Turnverein selbst. Eine recht grosse Familie also und eine sehr lustige, gut gelaunte dazu, wie man sich an der Premiere selbst überzeugen konnte. Jeder ist hier willkommen, ob etwas älter, so wie zum Beispiel mit 66 Jahren und topfit oder die Vorschulknirpse.

«Unsere Turnershow hat eine jahrzehntelange Tradition. Alle zwei Jahre organisieren wir diesen Event und freuen uns immer riesig darauf. Bereits ab Sommer bereiten sich die einzelnen Sparten darauf vor, gestalten ideenreich jeweils ihren Teil» sagte dazu der OK-Präsident Adrian Jehle. Und weiter: «In zwei Gesamtdurchläufen wird das Ganze dann in einen Guss gebracht. Kostüme schneidern wir zum Teil selbst, aber auch in unserem Lager werden wir fündig oder es wird auch mal etwas zugekauft.»

Männerstrip verhindert

Dass die Aktiven auch diesmal mit ihrer Show voll ins Schwarze getroffen haben, zeigte der begeisterte Applaus, der immer wieder Zugaben wollte. Und was zu sehen war, bewegte sich auf absolut hohem Niveau, bewies viel Training und Freude am Sport, ob an den Geräten, am Boden oder bei den Tanzeinlagen. Doch nicht nur die turnerischen Leistungen überzeugten, sondern mit Witz und Humor auch Bettina Müller und ihre Getreuen bei den Zwischennummern während der Umbauphasen. Mitgebracht hatte sie unter anderen den unglaublichen Clown Daniel Düsentrieb, der mal mit den Gästen gemeinsam ein irres Orchester zusammenstellte, ein anderes Mal gerade noch so einen offenherzigen Männerstrip verhindern konnte. 

Schwebend wie anmutige Libellen eröffneten die Mädchenturnerinnen grazil mit Tinkerbell die Show, gefolgt von den Vorschulkindern, verkleidet als Minnie- und Mickymäuse, mit ihren Mamas. Ausgelassen hüpften sie durch Reifen, rutschten auf Bänken, wirbelten wie Bälle im Kreis. Einen echten Hingucker zeigte der TV mit «Findet Nemo». Erst putzten sie eifrig von innen die Fenster der Halle, dann zeigten sich von draussen, am Seil nach unten schwebend viele orangfarbige Nemos mit Schnorcheln, die nach fetzigen Rhythmen einen atemberaubenden Tanz hinlegten.

Lion King verzauberte

Wer kennt sie nicht, die toughe Mary Poppins? An diesen Abend brachte sie allerdings nicht den etwas unartigen Kindern besseres Benehmen bei, sie hatte viele ihrer eigenen Art mitgebracht. Gemeinsam ging es am Stufenbarren und am Boden hoch her. Wie galant und dennoch wild rockend schon die kleinen Jugis sein können, bewiesen sie mit ihren Cinderellas. Salti schlagend wirbelten die gemischten Turner auf der Bühne, direkt dem Dschungelbuch entstiegen. Fröhlich verzauberten die Lion King, die sieben Zwerge schwenkten, soweit es ihre Körperfülle zuliess, ihre Hüften im Takt. Buben trugen vergnügt Schaukämpfe aus, turnten am Barren.

Kunstturnerinnen demonstrierten ihr akrobatisches Können, Ritter Löwenherz nahm das Publikum mit ins Mittelalter, wo Robin Hood in grosser Vielzahl anzutreffen war. Der handfeste Fred Feuerstein mit seinem Gefolge kam daher, saufende Räuber trieben ihren Ulk. Hochleistung war am Barren und an einer Stahlkonstruktion zu bewundern, märchenhaft charmant die Schönen und die Biester.

Weitere Aufführungen am 17./19. und 20. Januar jeweils 20 Uhr in der Turnhalle.