Frick
Diese Tanne blockiert einen Behinderten-Parkplatz – und sorgt damit für Ärger

Beim Center A3 gibt es in der Adventszeit einen Behinderten-Parkplatz weniger, weil dort der beste Standort für den Weihnachtsbaum sei.

Dennis Kalt
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Für Gehbeeinträchtigte ein Ärgernis: Der Tannenbaum beim Fricktal Center A3.

Für Gehbeeinträchtigte ein Ärgernis: Der Tannenbaum beim Fricktal Center A3.

Dennis Kalt

Weihnachten steht vor der Tür – und beim Fricktal Center A3 auch auf dem Behinderten-Parkplatz in Form einer rund acht Meter hohen Tanne. Insgesamt hat das Center 150 Parkplätze, davon vier für Behinderte.

Die Begründung, wieso der Weihnachtsbaum bereits seit etlichen Jahren ausgerechnet auf einem der Behinderten-Parkplätze steht, gibt Daniel Zimmermann, Center-Leiter der Wincasa AG: «Wir haben einen Standort gesucht, an dem der Weihnachtsbaum von den Kunden von überall her gut zu erkennen ist. Natürlich hätten wir den Baum nicht dort hingestellt, wenn die vier Behinderten-Parkplätze stark genutzt werden würden. Unsere Erfahrung ist jedoch, dass diese oftmals verwaist sind.»

Beschwerden blieben bisher aus

Ein Blick auf das Parkplatz-Areal des Centers am Dienstagnachmittag und Mittwochmorgen bestätigt dies. «Beschwerden über den Standort des Tannenbaums haben wir in der Vergangenheit keine bekommen», sagt Zimmermann.

Trotzdem fände es Erwin Zemp, Leiter der Lebensberatung der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, gut, wenn das Einkaufszentrum als Ersatz über die Adventszeit zwei normale Parkplätze als Behinderten-Parkplätze ausweisen würde. «Mit solchen Gesten geht es darum, zu signalisieren, dass man sich der Situation von Rollstuhlfahren bewusst ist», sagt er.

Doch generell sei die Sensibilität von «normalen» gegenüber den gehbehinderten Autofahrern gestiegen: «Das Ärgernis, dass Behinderten-Parkplätze von Autofahrern beleget werden, die dazu nicht berechtigt sind, hat über die letzten Jahre merklich abgenommen», sagt Zemp.
Doch schwarze Schafe gibt es immer. Dies weiss auch Zimmermann. «Wenn wir feststellen, dass jemand ohne Berechtigung auf dem Behinderten-Parkplatz steht, bekommt er einen Zettel an die Scheibe mit der Androhung, dass er beim nächsten Mal angezeigt wird.» Dies scheint Wirkung zu zeigen: Anzeigen blieben bisher aus.

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