Zivilschutz
Die Zivilschützer sind bereit, wenns bebt und schifft

Eine Woche lang übte die Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal an neuen Bergungs- und Entwässerungsgeräten. Raphael Lemblé, Kommandant der Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal, lud die Gemeindevertreter der 15 Trägergemeinden zur Besichtigung.

Ralph Stamm
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Die neue Wasserpumpe wird bei Überschwemmungen eingesetzt
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Wiederholungskurs der Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal
Mit dem Kernbohrer wird die Luftzufuhr für Verschüttete sichergestellt
Die Burgruine Urgitz wird von Efeu befreit
Arbeiten an der Wand

Die neue Wasserpumpe wird bei Überschwemmungen eingesetzt

Ralph Stamm

Der Zivilschutz hat bekanntlich ein Imageproblem. Sind das nicht die, die bei der Aushebung als «untauglich» abqualifiziert wurden?

Dass der Zivilschutz keineswegs zu belächeln ist, demonstrierten vergangene Woche rund 220 Zivilschützer anlässlich ihres jährlichen Wiederholungskurses in der Region. Raphael Lemblé, Kommandant der Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal, lud die Gemeindevertreter der 15 Trägergemeinden am Mittwoch zu einer Besichtigung der vier Einsatzorte ein.

«Wir bereiten uns im WK immer auf mögliche Ernstfälle vor», sagte der Kommandant anlässlich der Orientierung. Denn Polizei und Feuerwehr könnten bei Katastrophen jederzeit Unterstützung anfordern. Der letzte regionale Ernstfall liege glücklicherweise weit zurück. Nach dem Lotharsturm 1999 half die ZSO Oberes Fricktal bei Aufräum- und Instandstellungsarbeiten über mehrere Jahre mit.

Trotz seltenem Aufgebot wird im WK das Vorgehen bei Überschwemmungen und Erdbeben ständig trainiert. Nicht auf der Agenda steht hingegen das Szenario einer Atomkata-
strophe, da sich das Obere Fricktal ausserhalb der primären Gefahrenzone der beiden Atomkraftwerke Leibstadt und Gösgen befindet.

Investitionen retten Leben

Für den Fall einer Verschüttung wurden die Einsatzkräfte im Umgang mit neu angeschafften Geräten geschult. Trennscheibe und Abbauhammer kamen zur Simulation von Bergungsarbeiten an alten Panzersperren zum Einsatz. Ebenso der neue Kernbohrer, der bei Bedarf verschiedengrosse Löcher in den Beton bohren kann. «Wenn jemand verschüttet ist, können wir so die Luftzufuhr in Minutenschnelle wiederherstellen und Leben retten», erklärte der Kommandant.

Neue Geräte kamen auch beim Reservoir Sunerli in Frick zur Anwendung, wo das Verhalten im Falle einer Überschwemmung trainiert wurde. Die vier leistungsfähigen Benzin- und Elektropumpen können je bis zu 2500 Liter Wasser pro Minute fördern. Von der damit verbundenen Kraft wurde der Zivilschützer im Einsatz offensichtlich überrascht. Bis er den eigenwilligen Schlauch unter Kontrolle hatte, vergingen mehrere Sekunden.

Reinigung der Burgruine Urgitz

Der Zivilschutz wird aber nicht nur bei Notfällen gerufen. Jährlich reinigt die ZSO Oberes Fricktal auch die Burgruine Urgitz bei Densbüren vom überwachsenen Efeu. Raphael Lemblé: «Würden wir den Efeu nicht entfernen, könnte es Risse in die Trockensteinmauern geben.»

Der Säuberungseinsatz erfordert von den Zivilschützern hohe Konzentration. An der senkrechten Ruinenwand sind sie einzig durch Karabiner, Seil und Helm gesichert. Untauglichkeit – im wörtlichen Sinn – stellt man sich irgendwie anders vor.