Kaiseraugst/Augst
Die Zeppelinbrücke gehörte niemandem – und nun gleich zwei Gemeinden

Die Zeppelinbrücke über die Ergolz gehört bis heute niemandem. Jetzt haben sich alle Parteien an einen Tisch gesetzt und entschieden, dass Kaiseraugst und Augst je zur Hälfte die neuen Besitzerinnen der Brücke werden sollen.

Willi Wenger
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Die Zeppelinbrücke gehört neu Augst und Kaiseraugst
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Die Zeppelinbrücke verbindet unweit des Rheins Kaiseraugst und Augst (im Hintergrund).
Augst gehört zum Kanton Basel-Landschaft (Bezirk Liestal), Kaiseraugst zum Kanton Aargau (Bezirk Rheinfelden).

Die Zeppelinbrücke gehört neu Augst und Kaiseraugst

Willi Wenger

Die besitzerlose Zeppelinbrücke über die Ergolz, die unweit des Rheins Kaiseraugst und Augst verbindet, wird nach einer umfassenden Sanierung im August definitiv den beiden Anrainergemeinden geschenkt. Damit geht eine lange Zeit der Ungewissheit zu Ende, ist doch bis heute keine Besitzerin dieses Bauwerks im Grundbuch eingetragen.

Dies war viele Jahrzehnte nicht bekannt und ist erst vor zirka zehn Jahren bei der Realisierung des Bootshafens allen beteiligten Parteien bewusst geworden. So hielt bereits im Juli 2013 der Kaiseraugster Gemeindeschreiber Roger Rehmann gegenüber der Aargauer Zeitung fest, dass die Eigentumsverhältnisse unklar seien.

Auch die Kraftwerk Augst AG, für welche die Brücke einst einen unverzichtbaren Verkehrsweg nach Kaiseraugst bildete, befand, dass nach der Sanierung «klare Verhältnisse» geschaffen werden müssen.

Kantone winkten ab

Es stand aus diesem Grund auch für den Verwaltungsratspräsidenten der Kraftwerk Augst AG, Ernst Frey, ausser Frage, den Sachverhalt gründlich zu analysieren und diesen zu bereinigen. «Für uns war die Situation bis vor kurzem eine unmögliche», kommentiert Frey. «Niemand, weder die Kantone noch die Gemeinden, wussten genau Bescheid. Unbestritten war einzig, dass die Ergolz wie auch die Uferparzellen im Umfeld der Widerlager den Kantonen Aargau und Basel-Landschaft gehören.»

So gesehen erschien es der vermeintlichen Besitzerin dieser «Luftparzelle», der Kraftwerk Augst AG, logisch, dass die Kantone im Grundbuch als Besitzerinnen eingetragen würden. «Sie haben es aber abgelehnt», sagt Verwaltungsratspräsident Ernst Frey. Speziell ist auch, dass bis dato die Kraftwerk Augst AG für den baulichen und betrieblichen Unterhalt zuständig war.

Beim Bau des Kraftwerks Augst vor rund hundert Jahren haben die damaligen Kraftwerkbetreiber die Brücke gebaut. In den 1980er-Jahren, beim Heimfall, das heisst beim Übergang von den Industriellen Werken Basel-Stadt an die Kraftwerk Augst AG, wurde es verpasst, für klare Besitzverhältnisse zu sorgen.

Jetzt setzten sich alle Parteien zusammen: Die Kraftwerkbetreiberin, Vertretungen der Kantone und der Gemeindebehörden. Am Ende des Tages wurde schliesslich festgehalten, dass Kaiseraugst und Augst je zur Hälfte die neuen Besitzerinnen werden sollen.

Für 600 000 Franken saniert

Dies soll an einem Brückenfest im August gefeiert und schliesslich notariell fixiert werden, befanden die beiden Gemeinderäte unlängst an einem Behördentreffen. Sibylle Lüthi, Kaiseraugsts Gemeindepräsidentin, bezeichnet dies als eine «gute Sache». Sie ist froh, dass die Zeppelinbrücke jetzt saniert ist. Gekostet hat dies 600 000 Franken, welche sich die Kantone (je 110 000 Franken), die Gemeinden (je 80 000) und die Kraftwerk Augst AG (220 000) geteilt haben.

Dass die Kraftwerkbetreiberin einen substanziellen Betrag bezahlt hat, hängt auch damit zusammen, dass sie das nicht mehr betriebsnotwendige Bauwerk jetzt «abstossen» kann. «Wir brauchen diese Brücke definitiv nicht mehr», sagt Frey. Glücklich über das jetzige Vorzeigeobjekt sind sicher Radfahrer und Fussgänger, welche die Hauptnutzer sind. Im Weiteren dürfen Kommunalfahrzeuge oder solche mit Spezialbewilligungen passieren.