Wittnau

Die Wittnauer sind hilfsbereit, stolz und gesellig

Während dreier Tage feierte die Fricktaler Gemeinde Wittnau ihren 800. Geburtstag. Gut eineinhalb Jahre lang hatten OK-Chef Herbert Schmid und sein Team alles darangesetzt, ein unvergessliches Ereignis auf die Beine zu stellen.

Getreu dem Grusswort von Regierungsrat Dr. Urs Hofmann: «Man soll ein grosses Fest in der Gegenwart feiern, um Kraft und Stärke für die Zukunft zu schöpfen», hatte das von Herbert Schmid geleitete OK ein einzigartiges vor Superlativen nur so strotzendes Programm zusammengestellt.

Für einmal gibt es im 1200-Seelendorf nicht nur zwei schönste Tage im Jahr, sondern gar deren fünf. Den beiden schönsten Fasnachtstagen liess man heuer drei nicht minder schöne folgen - nämlich die des Dorffestes, welches das prägende Motto «Wittnau bewegt» trug. Seit gut eineinhalb Jahren hatten Herbert Schmid und sein Team alles darangesetzt, ein unvergessliches Ereignis auf die Beine zu stellen.

Funde aus der Steinzeit

Rund 70 Gäste durfte Gemeindeammann Werner Müller am Freitag Abend im Festzelt mit den Worten: «der Jubilar ist zwar nicht mehr ganz jung, aber sehr attraktiv», zum offiziellen Festakt begrüssen. Der von der Jugendmusik Oberes Fricktal, der Trachtengruppe Wittnau Breisgau und den «Partyhelden» künstlerisch untermalten Eröffnung, wobei man auch in den Genuss von jeder Menge kulinarischen Leckerbissen kommen durfte, liess Müller einen spannenden historischen Abriss der Gemeinde, ulkige Anekdoten sowie typische wittnauische Charaktermerkmale folgen.

Das traditionsbewusste Dorf, dessen alemannischer Name übrigens vom Adjektiv weit und vom Substantiv Au herrührt, was weite Aue oder etwas freier interpretiert und auf den Talbach bezogen «beim weiten wassernahen Land» heisst, wurde 1212 erstmals urkundlich erwähnt. «Jedoch, so Müller schmunzelnd, «wären die Leute ja wirklich dumm gewesen, erst vor 800 Jahren an diesen einzigartigen Flecken Erde zu kommen und so wissen wir archäologischen Funden zufolge, dass die Gegend schon in der Steinzeit besiedelt gewesen war.» Ein Teil der besagten Zeitzeugen haben ihren Weg extra zum Jubiläum zurück gefunden und können in einer Ausstellung besichtigt werden.

Zurück zur Gegenwart durfte der Gemeindeammann nicht ohne Stolz berichten, dass sich das an optimaler Lage befindende Wittnau eines intakten Dorflebens erfreue, nebst Landwirtschaft auch Weinanbau betreibe und die Bevölkerung hilfsbereit, stolz, selbstbewusst, dem Feiern nicht abgeneigt und traditionsbewusst sei. Tradition ist die eine Seite, auf der anderen Seite richtet die Gemeinde stets den Blick in die Zukunft.

Hofmanns Bezug zu Wittnau

«Wittnau bewegt» stand auch in diesem Zusammenhang Pate und die beiden nächsten Projekte, nämlich der Ausbau des Dorfzentrums und die Erneuerung der Mehrzweckhalle sind bereits in den Fokus genommen worden. Auch Regierungsrat Urs Hofmann brachte seine Freude zum Ausdruck, an solch einem wichtigen Wiegenfest teilnehmen zu können. In seiner launig-feurigen Rede erwähnte er seinen Bezug zum Dorf, der zum einen darin besteht, dass der Hauptmann seines Vaters ein Wittnauer gewesen war und er (Urs Hofmann) als Lehrfahrausweisbesitzer es liebte, rund um Wittnau das Pässefahren zu üben.

Bezugnehmend auf die Vielfalt des gesamten Kanton Aargaus lobte er die Gemeinde für ihre Bodenständigkeit und betonte, dass gelebtes Brauchtum untrennbar mit Identität und Gemeinschaft verknüpft sei. Selbstverständlich war er nicht mit leeren Händen gekommen und Werner Müller durfte eine einzigartige Wappenscheibe entgegennehmen.

Nebst dem feierlichen Eröffnungsakt hatte das Festprogramm Dutzende von kulinarischen, künstlerischen, historischen und unterhaltsamen Leckerbissen in Form von Theater, Festgottesdienst, Vorträgen, Musikattraktionen aller Stilrichtungen, einem Apéro für Heimweh-Wittnauer und vieles mehr zu bieten.

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