Fricktal

Die Wildsäue kommen trotz Frost ohne Zusatzfutter durch

Wildschwein

Wildschwein

Die zurückliegenden Frosttage und Schneefälle konnten den Wildschweinen nichts anhaben. Dennoch kursieren Gerüchte, Forstbetriebe wie Jäger würden zufüttern, um die Lebensbedingungen der Säue in der kalten Jahreszeit zu verbessern.

Vor allem im unteren Fricktal im Bereich Magden-Olsberg-Kaiseraugst und im Forst zwischen Wallbach und Möhlin entwickelten sich die Tiere fast schon zur Landplage. Also zufüttern trotz Überbevölkerung? Die Aargauer Zeitung ging dieser Frage nach.

Der neue Stadtoberförster Kurt Steck von Rheinfelden macht sofort klar: «Wildsäue sollte man nicht füttern, das wäre schon gar nicht Aufgabe von Forstbetrieben.» Er plädiert dafür, mit jagdlichen Methoden die Bestände zu dezimieren. Oliver Eichenberger, Förster in Kaisten, hält es für sinnvoll, in der Nähe von Ansitzplätzen mit Futter zu locken.

In diesem Sinne äussert sich auch Urs Jakober, Leiter des Forstbetriebs Zeinigerberg-Looberg, und spricht von einer «gezielten Ablenkfütterung». Die hält er für sinnvoll, um von einem Hochsitz aus dann zum Schuss kommen zu können. Weil die Wildschweine in den Revieren, aber auch landwirtschaftlichen Kulturen, viel Schaden anrichten, begrüsst der Förster Revier übergreifende Jagdaktionen.

«Wir füttern nicht», bestätigt Willi Schmid, Präsident der Jagdgesellschaft Gipf-Oberfrick. «Das gilt auch für Rehe.» Seiner Beurteilung nach gibt es derzeit genug Futter in den Wäldern. Dass vergangenen Samstag im Zuge einer gemeinsamen Jagd zwanzig Säue geschossen wurden, erfüllt ihn mit Zufriedenheit, weil die Jäger natürlich wissen, dass eine zu grosse Population mitunter recht kostenträchtige Schäden verursachen kann.

Stefan Landold, Chef des Forstbetriebs Thiersteinberg, warnt eindringlich vor einem Zufüttern: «Um Gottes Willen, bloss nicht.» Und wenn, dann sei dies ein Thema für die Jägerschaft.

Auf eine Variante deutet Hans-Beat Schmid, Präsident der Jagdgesellschaft Zeiningen-West. «Füttern kommt nicht infrage, höchstens an bestimmten Orten in der Nähe von Hochsitzen, um die Sauen dann selektiv zu schiessen.» Sie fänden derzeit genügend Engerlinge, Mäuse, Würmer und anderes im Wald. Zufrieden ist Schmid mit seiner Jagdgesellschaft, denn ebenfalls am zurückliegenden Samstag konnten 43 Schwarzkittel erlegt werden.

Die Abteilung Wald des Aargauer Departements Bau, Verkehr und Umwelt bestätigt: «Das Wildschwein findet bei uns fast immer einen gedeckten Tisch.» Allerdings würden sich die Schäden im Kulturland jährlich auf rund 500000 Franken belaufen. Experten verweisen auch auf «positive Aspekte», denn die Wühlaktivitäten im Wald sorgten für ein gesundes Bodenklima, förderten die Keimung von Baumsamen und erhöhten die Artenvielfalt. «Zudem werden Tierkadaver im Wald durch die allesfressenden Wildschweine schnell entsorgt.» Ziel des Kantons ist es, auch mittels Jagdrecht die Schäden durch Wildsäue zu reduzieren.

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