Mumpf

Die Tierheime sind wegen der Hitze besonders gefordert

Karl Güntert gönnt Feriengast Lennox eine Abkühlung. «Das ist an heissen Tagen besonder s wichtig», sagt der Leiter der Tierpension Röti. Nadine Böni

Karl Güntert gönnt Feriengast Lennox eine Abkühlung. «Das ist an heissen Tagen besonder s wichtig», sagt der Leiter der Tierpension Röti. Nadine Böni

Die Hitze-Tage stellen Tierpensionen vor spezielle Herausforderungen. Die Mitarbeiter schauen besonders genau, wie die Feriengäste auf die hohen Temperaturen reagieren. Das ist aber noch nicht alles.

Am Rötiweg in Mumpf herrscht Hochbetrieb. Die Katzen- und Hundepension von Karl und Sandra Güntert ist beinahe ausgebucht. Rund 80 Hunde und 40 Katzen verbringen hier ihre Ferien. Laufend bringen Frauchen und Herrchen ihre Lieblinge vorbei – für ein paar Tage oder Wochen.

Einer der Feriengäste ist Lennox. Der Rottweiler hat sich in der Pension bereits einige Tage eingelebt. An diesem Morgen wartet eine Abkühlung auf ihn: Er darf mit Karl Güntert zum Planschbecken. Erst scheint das Beschnüffeln des Geheges und das Markieren des Reviers zwar wichtiger. Schliesslich springt Lennox aber seinem Spielzeug hinterher ins Wasser. «Abkühlung ist an heissen Tagen besonders wichtig», sagt Güntert.

Lage ist ein Vorteil

Die hohen Temperaturen der vergangenen und wohl auch kommenden Wochen stellen die Tierpensions-Leiter vor spezielle Herausforderungen. «Wir müssen derzeit sehr darauf achten, wie die Tiere mit der Hitze umgehen», sagt Güntert.

Einen Vorteil habe die Pension am Rötiweg: Sie liegt direkt am Waldrand, über das Gelände verteilt stehen ausserdem dutzende Bäume und hohe Sträucher. «Der Wald gibt etwas Kühle ab und die Bäume sorgen auf allen Teilen der Pension für Schatten», so Güntert. Etwa auf den Aussengehegen der Katzen, den Ausläufen und auch der Spielwiese. Sämtliche Gebäude sind ausserdem stark isoliert, was viel der Hitze abhalte, so Güntert.

Geschärftes Bewusstsein

Trotzdem hat er sein Bewusstsein und das seiner Mitarbeiter für das Verhalten der Feriengäste geschärft. «Bei den Rundgängen schauen wir uns ganz genau an, wie sie reagieren», so der gelernte Tierpfleger. Reagiert ein Hund anders, langsamer oder gar nicht auf die Pensions-Mitarbeiter, wird er untersucht. Besteht etwa der Verdacht auf Kreislaufprobleme, wird das sogleich überprüft und im Bedarf der Tierarzt gerufen. Bisher sei das aber nie nötig gewesen, so Güntert.

Auch sonst hat die Tierpension Massnahmen zum Wohl der Gäste ergriffen. An Tagen mit ganz hohen Temperaturen werden die Zeiten auf der Spielwiese oder der Spaziergänge so angepasst, dass die Hunde in den heissesten Stunden ausruhen können. Jeder Hund erhält zudem Zeit am Planschbecken. Und auf Spaziergängen achten die Mitarbeiter darauf, dass die Tiere nicht in abgestandenen Pfützen planschen. «Dort können sie sich mit der Infektionskrankheiten anstecken», warnt Güntert.

Grundsätzlich, so der Pensionsleiter, sei der Mensch für die Tiere verantwortlich: «Gerade beim Spazieren oder Spielen im Freien sind die Hunde auf die Vernunft des Menschen angewiesen.» Er müsse vorgeben, wie viel zu viel und wann eine Pause oder Abkühlung nötig sei.

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