Laufenburg/Aargau

Die Swissgrid-Verwantwortlichen stellten sich den Vorwürfe

Die Swissgrid-Verantwortlichen standen den Laufenburgern Red und Antwort.

Die Swissgrid-Verantwortlichen standen den Laufenburgern Red und Antwort.

Die nationale Netzgesellschaft begründete gegenüber der Fricktaler Bevölkerung den Wegzug in die Kantonshauptstadt. Es war kein einfaches Unterfangen.

«Wir wussten nicht, was uns erwartet», gab Walter Wirz, Leiter Transformation Office der Swissgrid, unumwunden zu. «Wir wollten aber transparent über unsere Pläne und Aufgaben informieren und einen offenen Dialog führen.» Dazu war die nationale Netzgesellschaft gut vorbereitet: Zahlreiche hochrangige Swissgrid-Mitarbeiter bis hin zu CEO Pierre-Alain Graf waren am Dienstagabend Abend in Laufenburg und stellten sich den kritischen Fragen der Bevölkerung.

Der «Dreck» bleibt im Fricktal

Über die drei Stunden verteilt fanden sich rund 150 Interessierte ein – und viele machten in den Gesprächen mit den Swissgrid-Mitarbeitern ihrem Ärger Luft. Das «Filetstück» werde nach Aarau verschoben, der «Dreck» in Form von Schaltanlage, Hochspannungsleitungen und dem «grössten Elektrosmog der Schweiz» bleibe im Fricktal, so die Vorwürfe.

Geduldig versuchten Walter Wirz und sein Team, die Wogen zu glätten und den Entscheid zu erklären. Im Gespräch mit der Aargauer Zeitung fasste Wirz zusammen: «Wir wollten die Unternehmensbereiche zusammenführen und das war in Laufenburg nicht möglich. Zudem ist es für uns schwierig, Personal für den Standort Laufenburg zu rekrutieren. Aarau dagegen ist aus allen Landesteilen gut zu erreichen.» Zwar musste Wirz zugeben, dass «die Parkplatzsituation in Aarau wohl nicht ideal ist», er betonte aber zugleich: «Unser Unternehmen will den öffentlichen Verkehr fördern.» So seien auch Shuttle-Busse denkbar.

Die Reaktionen aus der Bevölkerung waren unterschiedlich. «Einige zeigten durchaus Verständnis für den unternehmerischen Entscheid», so Wirz. Andere wiederum bezeichneten die Argumente deutlich hörbar als «fadenscheinig». Derzeit sind 223 der rund 370 Swissgrid-Angestellten im Aargau oder den beiden Basel wohnhaft, wie eine Grafik zeigte. «Sie alle können in ihren Wohnorten wohnen bleiben», so Wirz, «die Strecke nach Aarau ist zumutbar und wir wollen keine bisherigen Mitarbeiter verlieren.»

Investor baut, Swissgrid mietet

Auch die Kosten des Umzuges seien nicht übermässig, führte Walter Wirz weiter aus, da die Credit Suisse als Investor baue und Swissgrid die Räumlichkeiten nur miete. «Mitausschlaggebend für den Umzug nach Aarau waren auch die guten baurechtlichen Rahmenbedingungen, so Wirz. Auf einem ungenutzten Industrieareal seien Einsprachen weniger wahrscheinlich als auf der grünen Wiese. Derzeit läuft der Studienwettbewerb mit diversen Planerteams. Bis Mitte 2013 soll ein Projekt ausgewählt werden, sodass die Baueingabe Mitte 2014 gemacht werden kann.

In Laufenburg dagegen wird eine Begleitgruppe mit Vertretern von Gemeinden, Kanton, Regionalplanung und der Gebäudeeigentümerin Axpo eingesetzt. Ziel sei es, die Stromgeschichte in Laufenburg weiterzuschreiben. Zudem wird in den kommenden Jahren die Schaltanlage erneuert und dadurch verkleinert, was das Landschaftsbild verschönert.

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