Fricktal
Die Stifung MBF gehört zum Fricktal wie die Chriesibäume

Am Samstag feierte ein grosses Festpublikum, unter ihm auch Regierungsrat Alex Hürzeler, das 40-jährige Bestehen der Stiftung Menschen mit einer Behinderung. Das soziale Unternehmen ist gut in der Region verankert, wäre nicht mehr wegzudenken.

Susanne Hörth
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Musikalische Umrahmung auch am Ostermarkt
MBF Ostermarkt
HIer entstehen zum Anfeuern Feuerteufel
Der Ostermarkt lockt mit schönen Sachen
Das Festzelt ist ein vielbesuchter Treffpunkt
Die Stifung MBF gehört zum Fricktal wie die Chriesibäume
Das Brass-Team Oeschgen begeistert die Leute
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Alex Hürzeler
Bei der reichen Auswahl an schönen Sachen ist das Entscheiden schwer

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AZ

«Bereits vor zwei Jahren haben sich Stiftungsrat und Geschäftsleitung Gedanken darüber gemacht, wie wir 40 Jahre institutionalisierte Behindertenarbeit im Fricktal feiern möchten. Haben uns dabei auch gefragt, sollen wir noch 10 Jahre warten bis zum 50. Geburtstag. Wir kamen zum Schluss, dass jetzt der richtige Zeitpunkt zum Feiern ist», so Ursula Brun Klemm, Präsidentin der Stiftung Menschen mit einer Behinderung im Fricktal (MBF) am Samstagmorgen vor einer grossen Geburtstagsgesellschaft im Festzelt vor der geschützten Werkstätte in Stein». Dass es der richtige Entscheid war, nicht noch zehn Jahre zu warten, machte der laute Juchzer aus dem Publikum, begleitet von einem spontanen Applaus deutlich. Die Stiftungsratspräsidentin freute sich, dass es noch Gründungsmitglieder gibt, welche die Anfänge erlebt und mitgeprägt haben. Der Fricktaler Historiker hat die spannende Geschichte und Entwicklung der institutionellen Behindertenarbeit im Fricktal aufgearbeitet und gemeinsam mit den Stiftungsverantwortlichen die fast 50-seitige Broschüre «40 Jahre Vielfalt - Stiftung MBF 1974 - 2014» entstehen lassen.

Aus klein wird gross

Wie auch die Stiftungsratspräsidentin Ursula Brun zeigte sich auch der Fricktaler Regierungsrats Alex Hürzeler in seiner Grussbotschaft sehr davon beeindruckt, wie aus einer kleinen Werkstatt in Kaisten im Laufe der Jahre eine grosse soziale Institution im Fricktal entstanden ist. Ein Unternehmen, das heute nicht mehr wegzudenken ist. Hürzeler hat bereits als Gemeinderat und Gemeindeammann von Oeschgen das stete Wachsen und Gedeihen der Stiftung intensiv begleiten und mitprägen können. Er machte eingangs seiner Rede auch deutlich, dass die Integration von Menschen mit einer Behinderung lange Zeit keine Selbstverständlichkeit war.

«Es erfüllt mich deshalb mit Dankbarkeit und Stolz, dass wir im Fricktal über eine Institution verfügen, die sich nunmehr schon seit 40 Jahren für dieses wichtige Anliegen einsetzt und damit die Lebenssituation vieler Menschen und ihrer Angehörigen nachhaltig verbessert haben», so Hürzeler. Er betonte auch die gute Verankerung und Akzeptanz der Stiftung im ganzen Fricktal. «Die Stiftung MBF fördert die Integration und das Teilhaben am gesellschaftlichen Leben durch dezentrale Wohnplätze im ganzen Fricktal. 13 Wohngruppen sind in Stein, 6 weitere in Fricktaler Gemeinden stationiert. So können sich die Bewohnerinnen und Bewohner je nach Möglichkeiten und Bedürfnissen am Gemeindeleben beteiligen.»

Aus der Gründungszeit

Viktor Bäumlin aus Kaisten erinnerte sich in kurzen Anekdoten an die Anfänge zurück. Von der ersten Idee, zur Gründungsversammlung bis hin zum ersten Arbeitstag mit sechs Menschen mit einer Behinderung vergingen im Jahre 1974 nur wenige Wochen. «Heute würde das wohl kaum mehr gehen», schmunzelte Bäumlin in Richtung Regierungsrat Hürzeler. Das Geld war damals knapp, Unterstützung von Bund und Kanton gab es noch keine. Mit verschiedenen Aktionen kamen Spenden zusammen «so, dass wenigsten die Löhne gezahlt werden konnten», so Viktor Bäumlin. Was damals mit viel Idealismus, grossem Engagement von wenigen Leuten noch sehr klein begonnen hat, wuchs im Laufe der Zeit zu einem grossen, wichtigen Fricktaler Institution heran.

Stark wie ein Baum

«Es tut gut zu wissen, dass die Stiftung MBF wie die Kirschbäume einen festen Platz im Fricktal hat», sagte MBF-Geschäftsführer Jean-Paul Schnegg. Er nutzte den Moment des Feierns ebenfalls für einen kurzen Rückblick, ein Augenschein auf das heute aber auch die Herausforderungen der Zukunft. Vieles sei erreicht worden. «Doch wir sind noch nicht am Ziel», so Schnegg. Wir wollen und müssen und stetig weiterentwickeln. Die Nachfrage an Wohnheim- und Ateliersplätzen nimmt zu.» Auf der Wiese, auf welcher am Samstag das grosse Festzelt stand, wird bis im Jahr 2017 ein grosser Neubau mit solchen Plätzen entstehen. Sobald der Neubau bezogen ist, wird mit dem Umbau des bestehenden Wohnheimes begonnen. Das Heute und Morgen fordert die Verantwortlichen der Stiftung MBF noch sehr. Sie nehmen diese Herausforderungen gerne an, sind es doch massgebliche Entwicklungsschritte für die Stiftung und damit insbesondere für die Menschen mit einer Behinderung im Fricktal.

Musikalisch perfekt umrahmt wurde das Geburtstagsfest der Stifung MBF von den Jungemusikanten der Brass-Team Oeschgen. Ostermarkt und Tag der offenen Türen in den Werkstätten und Ateliers wurde von der Bevölkerung aus dem ganzen Fricktal gut genutzt.

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