Rheinfelden
Die Stadtmusik ist für das Eidgenössische Musikfest gerüstet

In Montreux tritt die Stadtmusik in der ersten Stärkeklasse an. Am Jahreskonzert zeigten die Musiker, was sie drauf haben.

Ingrid Arndt
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Stadtmusik Rheinfelden 1

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AZ

Aus einem grossen musikalischen Füllhorn schenkte die Stadtmusik Rheinfelden unter Leitung ihrer neuen Dirigentin Susanne Rechsteiner den vielen Besuchern ein Jahreskonzert vom Feinsten. Das Orchester wird am 11. Juni in der ersten Stärkeklasse am Eidgenössischen Musikfest in Montreux teilnehmen. Eine kleine Auswahl durfte das Publikum schon an diesen Abend hören, der unter dem Motto «Show Business» stand.

Traditionell eröffneten die 24 Mädchen und Jungen der Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst unter Leitung von Edward Cervenka das Programm. Sie begeisterten mit einem flotten Marsch, reisten nach Irland, hatten von dort ein berührendes Liebeslied mitgebracht, das Martin Mennet als Solist auf seinem Saxophon grossartig darbot.

Einen funkensprühenden Notenwirbel zündeten die 42 Rheinfelder Stadtmusikanten mit «Firework» (Jan von der Roost), das dem Ensemble an Virtuosität und Fertigkeit alles abverlangte. Die «Second Suite» (Alfred Reed) ist ein äusserst anspruchsvolles Konzertstück, das das Orchester als Selbstwahlstück für das Eidgenössische Musikfest in Montreux auswählte. Die Zuhörer werden hier nach Lateinamerika entführt. In vier Sätzen ist die für das jeweilige Land typische Musik zu hören. Mitreissend schwungvoll der Calypso mit kubanischen Wurzeln, langsam verträumt und weich dahingleitend der brasilianische Tango, unbekümmert übermütig das argentinische Trinklied, brillant berauschend der Paso Doble aus Mexiko.

Wo geht es nach Hollywood?

Ebenfalls in Montreux präsentieren die Stadtmusikanten den «Mars der Medici», ein wunderschöner klassischer Marsch, den Komponist Johan Wichers als Dank für eine erfolgreiche Behandlung in Noten setzte. «Wo bitte geht es nach Hollywood?» wird in dem wenig erfolgreichen Film von Spielberg gefragt. Umso erfogreicher jedoch waren die temporeichen Melodien von «March 1941» (John Williams) dazu. Atemberaubend schön ist die Landschaft von Arizona mit seinen Ureinwohnern und den verwegenen Cowboys. Besinnlich ruhig, aber auch temporeich fand dazu der Schweizer Komponist Franco Cesarini die Melodie.

Romantisch einschmeichelnd ist das Stück «Nuit» (Ortolano Nunzio), an diesen Abend solistisch glanzvoll dargeboten auf dem Saxophon von Benjamin Steiger. Einer der bedeutendsten Filmmusikkomponisten war der US-Amerikaner Henry Mancini, so auch für die Abenteuerkomödie «The Great Race» aus dem Jahr 1965. Bravourös untermalt er ein chaotisch turbulentes Autorennen von New York über Asien nach Paris, bei dem im herrlichsten Swingrhythmus bewiesen werden soll, das sich amerikanische Autos erfolgreich mit allen anderen Weltmarken messen können. Modern akzentuiert das «Roof Garden» (Jarreau), die berühmteste Swingnummer ist der Song «Sing, Sing, Sing» (Louis Prima), den Benny Goodman unsterblich und zum Jazzstandart machte. Fulminant spielte das Orchester auf, energiegeladen keck die kleinen Soli der einzelnen Register, feuerspeiend und funkenspuckend die herrliche Show der Schlagzeuge.

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