Laufenburg
Die Stadthalle wird verkauft oder eingelagert

Die Stadthalle in Laufenburg weicht definitiv einem Neubau. Mittlerweile sind die zwei Einsprachen behandelt. Die Baubewilligung für den Rückbau der alten Halle liegt vor, jene für den Neubau sollte demnächst erteilt werden.

Marc Fischer
Drucken
Teilen

Aargauer Zeitung

Anfang November ist es so weit, die Arbeiten zum Rückbau der über 80-jährigen Laufenburger Stadthalle beginnen. Die Bewilligung ist erteilt. Die Halle wird jedoch keineswegs einfach abgebrochen, sondern sorgfältig zerlegt. Der kantonale Heimatschutz und auch die Laufenburger Stadtbehörden legen Wert darauf, dass das Holztragwerk der Halle erhalten bleibt.

Einsprache zurückgezogen

«Wir haben gespürt, dass auch der Stadtrat von Laufenburg das Ziel hat, die Holzkonstruktion zu erhalten und später wieder sinnvoll einzusetzen, deshalb haben wir unsere Einsprache zurückgezogen», so Leo Balmer, Vorstandsmitglied und Regionalberater des Aargauer Heimatschutzes.

Er betonte noch einmal den hohen Wert des vom Laufenburger Zimmermann Robert Schmid um 1930 entwickelten Holztragegerüstes. «Die Konstruktion verbindet fortschrittliche und hochstehende Ingenieurskunst mit den Heimatgefühlen und der Tradition der Festhütte», erklärte Balmer. In der Konstruktion sei bereits etwas von dem zu spüren, was 1939 als «Landi-Geist» bekannt wurde. Speziell sei zudem, dass die Halle als mobile Festhütte konzipiert wurde und deshalb auch ab- und wieder aufgebaut werden kann.

Verkauf oder adäquate Lagerung

Stadtrat Carlo Alfano bestätigte den Konsens mit dem kantonalen Heimatschutz. Was jedoch genau mit der Holzkonstruktion geschehen wird, ist noch unklar. Die Stadt strebt einen Verkauf an. «Es gab zwei Interessenten», so Alfano, «einer hat sich aber mittlerweile wieder zurückgezogen.» Wer sein Interesse anmelden möchte, kann dies also weiterhin tun.

Alfano ist sich bewusst, dass es schwierig sein dürfte, bis zum Beginn des Rückbaus Anfang November zu einem Abschluss zu kommen. «Möglicherweise erhalten wir aber vom Heimatschutz noch Kontaktdaten möglicher Interessenten.» Wer aber kommt überhaupt infrage, eine solche Hallenkonstruktion wieder aufzubauen? «Vereine oder Gemeinden, die den speziellen Charakter der Halle erkennen», so Alfano, und Leo Balmer meinte: «Von einer Reithalle über eine Markthalle bis hin zu einer Lagerhalle ist alles denkbar.»

Wird die Holzkonstruktion bis Anfang November nicht verkauft, muss sie «adäquat gelagert werden». Gespräche über geeignete Orte laufen. «Wichtig ist dabei, dass das Holzgerüst gut und wasserdicht verpackt ist», so Alfano.

Auch die zweite Einsprache wurde nach Angaben von Alfano besprochen und zurückgezogen. Sie war vorsorglich eingereicht worden, um sicherzustellen, dass der Neubau behindertengerecht ausgestattet ist. Da nun keine Einsprachen mehr hängig sind, ist damit zu rechnen, dass die Baubewilligung für den Neubau in Kürze erteilt wird.

Aktuelle Nachrichten