Rheinfelden

Die Stadt setzt jetzt voll aufs Wasser: Der Rhystärn weckt Hoffnungen auf den Trend zu Ferien daheim

Freuen sich über die Ankunft der Rhystärn: Stephan Schöttli (v.l.), Franco Mazzi, Stéphanie Bérthoud, Kapitän René Zimmermann sowie Daniel Thiriet und Peter Stalder (BPG).

Freuen sich über die Ankunft der Rhystärn: Stephan Schöttli (v.l.), Franco Mazzi, Stéphanie Bérthoud, Kapitän René Zimmermann sowie Daniel Thiriet und Peter Stalder (BPG).

In Rheinfelden herrscht grosse Freude über Ankunft des Rhystärns, der seine Jungfernfahrt coronabedingt erst zwei Monate später als geplant starten konnte. Nach dem Lockdown wird nun allerseits die Hoffnung auf den Trend zu Ferien daheim geweckt.

Mit ausreichend Wasser unterm Kiel hat am gestrigen Donnerstag der Rhystärn, das Flaggschiff der Basler Personenschifffahrt (BPG), zum ersten Mal wieder in Rheinfelden festgemacht. Es ist der Start in eine coronabedingt um zwei Monate verschobene 2020er-Tourismussaison im Zähringerstädtchen.

700 hätten auf der Rhystärn Platz. Doch bei der Jungfernfahrt nach dem Lockdown sind es nur 150. Einer davon ist BPG-­Geschäftsführer Peter Stalder. Die Arme in die Luft gereckt, grüsst er beim Aussteigen die Rheinfelder. Im Gespräch sagt er: «Ich bin sehr glücklich, dass wir heute aus dem verlängerten Winterschlaf aufgewacht sind.» Die BPG läutet die 2020er-Saison mit der grossen Schleusenfahrt ein. Es ist die erste Fahrt der Rhystärn nach dem Neustart.

Der an der Schifflände aushängende Fahrplan ist vorerst nur bis am 30. Juni gültig. Bis dahin macht die Rhystärn immer donnerstags und samstags im Fricktal fest. Im Februar war für die Hauptsaison noch von vier Verkehrstagen die Rede, die Sonntagsfahrt, 2018 zum Leidwesen der Rheinfelder gestrichen, inklusive. Aber das war noch vor Corona. Stalder: «Wir fahren noch mit reduziertem Fahrplan. Wir müssen erst sehen, wie unser Angebot angenommen wird. Wir haben noch 50 Prozent Kurzarbeit im Unternehmen.» Wenn es gut laufe, könne man mit der Passagierzahl auch auf 300 rauf, sagt er. Und vielleicht komme dann im Juli und August mit der «Christoph Merian» noch ein zweites Schiff nach Rheinfelden.

Mit einer «Ziege» durch die Altstadt

Rheinfeldens Stadtammann Franco Mazzi, Tourismus-Chefin Stéphanie Bérthoud und Stadtführer Stephan Schöttli hoffen schwer auf zahlreiche Schiffs-Touristen. Normalerweise hätte die Rhystärn schon am 7. April das erste Mal in Rheinfelden anlegen sollen.

«Wir bauen jetzt darauf, dass mit Corona die Schweizer mehr zuhause Urlaub machen. Wir haben grosse Hoffnungen in den Sommer 2020», sagt Berthoud. Zuhause bleiben, die Schönheiten vor Ort geniessen, durch die Altstadt flanieren: Corona könnte Rheinfeldens Tourismus tatsächlich zugutekommen. Durch die Altstadt flanieren, das geht auch mit einem Führer, wie Schöttli einer ist. Er begrüsst die 25 an der Schifflände ausgestiegenen Rhystärn-Passagiere im Geissenkostüm.

Seine szenische Führung heisst «Der listige Schneider von Rheinfelden» und hat eine Episode aus dem 30-jährigen Krieg zum Inhalt, als die Schweden die Stadt belagerten. Wenn die Rhystärn am morgigen Samstag wieder in Rheinfelden einläuft, steht sie erneut auf dem Programm. Und markiert auch bei den Stadtführungen das Ende des Corona-­Lockdowns.

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