Biber gibt es auf dem Stadtgebiet von badisch Laufenburg schon seit Jahrzehnten. Seit einiger Zeit haben es sich auch im Gewerbegebiet an der Himmelreichstrasse mehrere Exemplare der Nager häuslich eingerichtet. Förster Karl-Ulrich Mäntele und die Biberbeauftragte des Landkreises, Bettina Sättele, sind davon nicht begeistert.

Gert Philipp, der Naturschutzwart des Kreises und langjährige Vorsitzende der Ortsgruppe Laufenburg des Schwarzwaldvereins, beobachtet die Tiere schon seit längerem. «Die hatten hier alles aufgestaut. Mittlerweile ist der Damm aber geöffnet», hat Philipp beobachtet.

Der Forst sei das nicht gewesen, versichert Revierförster Mäntele. «Wir haben ein paar Bäume aus dem Weg geräumt, die auf die Strasse gefallen waren. Das ist alles», betont er.

Schliesslich stehen die Tiere unter strengem Schutz. So einfach lassen sie sich also nicht vertreiben. Allerdings ist sich Mäntele mit Bettina Sättele einig, dass der Standort für die Tiere eher wenig geeignet ist.

Verkehr als Gefahr

«Der gesamte Bereich ist für die Biber zu gefährlich», findet die Biberbeauftragte. Es gebe einfach zu viel Verkehr. Sie habe die örtlichen Gegebenheiten erst vor einer Woche inspiziert. «In dem Gewässer haben die Biber keine Lebensperspektive. Sie haben nicht genug zu fressen, und im Sommer hat der Bach zu wenig Wasser.» Sie rechnet deswegen damit, dass die Biber von alleine wieder abwandern werden. «Vielleicht zieht ja auch mal einer Richtung Hotzenwald.»

Sättele steht mit der Stadt in Kontakt. Wie auch Förster Mäntele bestätigt, wird gerade zusammen an einem Konzept für die Biber in Laufenburg gearbeitet. Dabei geht es darum, aufzuzeigen, wo Biber in Laufenburg eine Lebensperspektive haben und wo eher nicht. Ein Ort, der für den Biber passen könnte, ist das Andelsbachtal. Hier gibt es bereits eine Population.

Weidenstecklinge gepflanzt

Allerdings hat Gert Philipp auch dort beobachtet, dass Dämme zum Teil von Menschenhand geöffnet wurden. «Ein Biberbau ist zu gut gebaut, der wird nicht einfach weggeschwemmt», ist er sich sicher.

Laut Karl-Ulrich Mäntele und Bettina Sättele wurde im Andelsbachtal aber jüngst auch aktiv etwas für den Biber getan. Vergangene Woche seien 200 Weidenstecklinge gepflanzt worden.

Sie sollen dem Biber mittelfristig als Nahrung- und Baumaterial dienen. «Aber erst in ein paar Jahren, die Weiden müssen jetzt erst mal richtig wachsen», sagt Förster Mäntele.

Im Himmelreich helfen sich unterdessen die Anlieger selbst. Die Firma Royalin hat beispielsweise einige Weiden mit einer Alufolie eingepackt, um sie vor Biberfrass zu schützen. «Damit wir im Sommer wenigstens noch ein bisschen Schatten haben», so Vertriebsleiter Robin Eisele. Ansonsten bereite der Biber der Firma aber keine Probleme.

Gert Philipp hofft, dass Anwohner und Biber sich arrangieren können. Schliesslich seien bereits seit 1991 wieder Biber in Laufenburg heimisch.