Wittnau
Die Sonne liefert rund 20 Prozent des Stroms, den das Dorf braucht

19 installierte Photovoltaikanlagen in der Gemeinde Wittnau erzeugen rund 1 Million Kilowattstunden elektrische Energie. Damit steht das Dorf im Aargau mit an der Spitze, was die Solarstromproduktion pro Einwohner betrifft.

Walter Christen
Merken
Drucken
Teilen
Vor den zwei Wechselrichtern der Photovoltaikanlage auf dem Remisendach des Chilchmethofs in Wittnau: Vizeammann Andreas von Mentlen, Monika und Philipp Schmid vom Chilchmethof (sitzend, von links); Ferdi Kaiser vom OK Tag der Sonne und Jürg Rubin, Anlagen-Installateur (stehend, von links). chr

Vor den zwei Wechselrichtern der Photovoltaikanlage auf dem Remisendach des Chilchmethofs in Wittnau: Vizeammann Andreas von Mentlen, Monika und Philipp Schmid vom Chilchmethof (sitzend, von links); Ferdi Kaiser vom OK Tag der Sonne und Jürg Rubin, Anlagen-Installateur (stehend, von links). chr

chr

Die Sonne scheint für Wittnau. Und zwar strahlt sie so viel und so intensiv, dass bereits 15 bis 20 Prozent des jährlichen Energiebedarfs der Gemeinde von den aktuell 19 installierten Photovoltaikanlagen produziert werden können.

Mit Solarstrom Spitze im Aargau

Es sind eindrückliche Zahlen, mit denen Ferdi Kaiser vom Wittnauer Organisationskomitee des Tags der Sonne vom 3. Mai (vgl. Bericht auf dieser Seite) aufwarten konnte: «Die 19 Anlagen in Wittnau mit einer Jahresproduktion von total über einer Million Kilowattstunden (kWh) bestehen aus Anlagengrössen von rund 1,5 Kilowatt auf Einfamilienhäusern bis 780 Kilowatt auf Dächern von Industriehallen.

Damit zählt Wittnau zu jenen Gemeinden im Kanton Aargau mit der höchsten Solarstromproduktion pro Einwohner, nämlich über 800 Kilowattstunden.» Der Stromverbrauch der rund 530 Haushaltungen im Dorf liegt pro Jahr bei etwas über 6 Millionen Kilowattstunden.

Die Präsentation des Programms vom Wittnauer Tag der Sonne fand gestern Dienstag auf dem Chilchmethof statt. Philipp und Monika Schmid bewirtschaften mit ihrem Biobetrieb 48 Hektaren Land, es stehen bei ihnen 15 Kühe im Stall und 150 Hochstammobstbäume auf den Feldern.

«Wir haben auf unserer 2009 geplanten Remise jetzt nachträglich noch eine Photovoltaikanlage errichten lassen, die Ende vorigen Jahres in Betrieb genommen werden konnte», erklärte Philipp Schmid. Vom Anlagen-Installateur Jürg Rubin, Elektrotechnik, Herznach, war zu erfahren, dass diese Anlage mit ihren 222 montierten Solarmodulen auf eine jährliche Stromproduktion von rund 60 000 kWh ausgerichtet ist. Der Bedarf des Chilchmethofs liegt bei etwa 50 000 kWh pro Jahr.

Gemäss Ferdi Kaiser sind inzwischen auf mindestens 50 Wittnauer Gebäuden auch thermische Anlagen für die Warmwasserproduktion und Heizungsunterstützung installiert. Die Gemeinde fördert solarthermische Anlagen seit nunmehr 8 Jahren mit Beiträgen in gleicher Höhe, wie das der Kanton tut.

Jürg Rubin kontrolliert die Anzeige auf einem Wechselrichter
3 Bilder
In diesem selbst gezimmerten Solarofen hat Ferdi Kaiser eine Linzertorte gebacken
Ferdi Kaiser mit einem selbstgebauten Solarmodul

Jürg Rubin kontrolliert die Anzeige auf einem Wechselrichter

Walter Christen

Gemeinde hat Photovoltaikanlage

Es sind in Wittnau aber nicht nur Private, die in die Solartechnik investieren, sondern auch die Gemeinde. Seit Juni 2012 produziert die Photovoltaik-Indachanlage auf dem Schulhaus Strom. Die bisherige Erzeugung elektrischer Energie durch diese gemeindeeigene Anlage beläuft sich auf insgesamt 54 000 kWh. Dieser Strom wird durch KEV-Gelder vergütet. KEV ist die Kostendeckende Einspeise-Vergütung des Bundes.

Der Vizeammann und Ressort-Chef der Elektra Wittnau, Andreas von Mentlen, erwähnte an der Präsentation, dass die Elektra jedes Jahr etwa 200 000 bis 250 000 Franken investiert in die Erneuerung bestehender oder den Bau neuer Stromleitungen und in die Netzverstärkung. Mit den Nachbargemeinden Gipf-Oberfrick, Wölflinswil und Oberhof bildet Wittnau die genossenschaftlich organisierte Elektra Oberfricktal (EOF).