Zeiningen

Die Sonne lässt die Spargeln jetzt auch im Fricktal spriessen

Roland Brogli kann am Donnerstag die ersten grünen Spargeln schneiden – drei Wochen später, als üblich.

Roland Brogli kann am Donnerstag die ersten grünen Spargeln schneiden – drei Wochen später, als üblich.

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Spargelsaison dauert in diesem Jahr drei Wochen weniger lang, als üblich. Die gute Nachricht: Sie beginnt am Wochenende – auch im Fricktal. Auf dem Widmatthof werden erste Spargeln geschnitten.

Roland Brogli steht auf dem Spargelfeld des Widmatthofs in Zeiningen. Einzelne grüne Spargeln haben den Boden durchstossen. Unter einer schwarzen Folie wachsen die weissen Spargeln im Boden. Brogli zerbröselt ein wenig Erde zwischen den Fingern. Sie ist warm, endlich. Endlich, denn: «Wir sind dieses Jahr drei Wochen später dran», sagt Brogli. Der lange und kalte Winter und der bisher wenig frühlingshafte Frühling haben die Spargel-Ernte deutlich verzögert.

Aufwändige Ernte

Jetzt aber ist es soweit. Am Donnerstag in der Früh beginnen die Arbeiter auf dem Widmatthof mit der Ernte. Diese ist aufwändig - gerade bei den weissen Spargeln, die unter der Erde wachsen - und beruht einzig auf Handarbeit. Auf dem Widmatthof helfen deshalb polnische Saisonarbeiter mit.

Der Spargelanbau auf dem Zeininger Bauernhof hat Tradition. Bereits vor über 30 Jahren baute Willi Brogli grüne Spargeln an - als einer der ersten in der Schweiz und im kleinen Rahmen. Vor einigen Jahren entschloss sich Sohn Roland Brogli dann, den Spargel-Anbau zu vergrössern und als weitere Nische für den Hofladen zu nutzen.

Erntestopp an «Johanni»

Seither wird die Anbaufläche stetig vergrössert. Mittlerweile wächst das Frühlingsgemüse auf 30 Aaren. Und das Angebot wurde um die weissen Spargeln erweitert. «Die Spargeln sind ein riesiger Kundenmagnet», sagt Brogli. Dadurch steigern sich auch die Umsätze der anderen Produkte im Hofladen. Trotzdem will er die Anbaufläche nicht plötzlich drastisch vergrössern. «Wir wollen den Markt langsam aufbauen, damit wir auch den Aufwand immer genau abschätzen können», erklärt Brogli.

Denn einfach sind die Pflanzen nicht - nicht nur, was die Ernte betrifft. Im ersten Jahr nach dem Setzen geht es nur um Hege und Pflege. Im zweiten Jahr können dann während einigen Tagen Spargeln geschnitten werden, im dritten Jahr wächst die Erntezeit auf drei Wochen und erst im vierten Jahr ist die volle Erntezeit erreicht. Diese dauert traditionell von Anfang April bis zum «Johannistag» - also dem 24. Juni. Dieses Jahr ist sie entsprechend kürzer, denn länger als Johanni zu ernten, kommt nicht in Frage. «Die Spargeln brauchen Zeit für die Regeneration», sagt Brogli.

«Frische ist das Wichtigste»

Bis im Juni werden auf dem Widmatthof nun aber täglich einige Kilo Spargeln geernet. Vom Feld landen sie direkt im Hofladen. Dort werden sie im Offenverkauf angeboten, in zwei Kategorien: «Die Krummen etwas billiger, damit für jedes Budget etwas dabei ist», sagt Brogli. Ob krumm oder nicht, dick oder dünn, grün oder weiss. Brogli weiss, dass die Geschmäcker verschieden sind. «Das Wichtigste ist ohnehin die Frische der Spargeln», sagt er. Und diese sei auf dem Widmatthof garantiert. «Am Morgen gestochen, am Mittag verzehrt - und wenn es keine mehr hat, wird die Tafel an der Strasse abgebaut», sagt Brogli mit einem Schmunzeln.

Er rechnet mit einem grossen Andrang und hofft, dass die Temperaturen nicht mehr allzu tief sinken. Schliesslich hat viel Geduld gebraucht, wer bis jetzt auf die einheimischen Spargeln gewartet hat.

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