Kenia-Hilfswerk
Die Sonne Kenias sorgt für Licht und Kühle

Dank einer grosszügigen Spende konnte im Elsy-Amsler-Hilfswerk eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Erstversorgungsspitals in Betrieb genommen werden.

Susanne Hörth
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In dem mittlerweile gut 20-jährigen Einsatz für die ärmste Bevölkerung Kenias im Distrikt Ndhiva Soutth Nyanza hat die Kaisterin Elsy Amsler viel bewirken können. Im vor drei Jahre fertiggestellten Erstversorgungsspital gibt es nach wie vor viel zu tun. Hierzu zählt nicht nur die Versorgung der vielen Patienten. Die Baumaterialien in Kenia sind in Sachen Anschaffungskosten mit jenen in der Schweiz vergleichbar, nicht hingegen aber, was die Qualität anbelangt. Nebst den notwendigen Erweiterungsbauten muss deshalb auch regelmässig viel Zeit für Reparatur- und Ersatzarbeiten aufgewendet werden.

«Es gab viel zu tun, viel haben wir erreicht»

Kürzlich ist Elsy Amsler von einem solchen, fast drei Monate dauernden Arbeitseinsatz wieder in die Schweiz zurückgekehrt. «Es gab viel zu tun, viel haben wir erreicht, einiges gibt es noch anzupacken», so eine insgesamt zufriedene Keniahelferin. In ihrem Rückblick auf den wie immer auch von vielen administrativen Hürden zu bewältigen Einsatz, kommt Elsy Amsler auf ein wichtiges Thema zu sprechen: die Energieversorgung. Zu dem abgelegenen Erstversorgungsspital, das nur dank Elsy Amsler auf einigermassen befahrbaren Schotterstrassen erreichbar ist, führen keine Stromleitungen. Mittels eines Diesel betriebenen Generators wird der Strom im Spital erzeugt. Diesel ist teuer, so teuer wie in der Schweiz. Das bedeutet, der Generator – er musste aus Qualitätsgründen innert Kürze ersetzt werden – wird nur während einiger Stunden täglich in Betrieb genommen. Nachts sind es nach wie vor Petroleum-Lampen, die ein etwas diffuses Licht erzeugen. Für einen Ort, bei dem rund um die Uhr Patienten medizinisch versorgt werden, keine optimale Lösung.

Die Kiwanis des Bezirk Laufenburgs haben bereits vor einiger Zeit die Summe von 10000 Franken für Erstellung einer Solaranlage auf dem Spitaldach gutgesprochen. Schon vor ihrer Reise nach Kenia hat sich Elsy Amsler intensiv mit der Thematik rund um Sonnenkollektoren befasst, sich dazu mit verschiedensten Fachleuten unterhaltet. Das Geld der Kiwanis reichte für die Beschaffung von vier Panels. Diese wurden mittlerweile von einem fachkundigen kenianischen Elektriker installiert.

Die Kraft der Sonne

«Die Anlage ist in Betrieb. Wir haben 24 Stunden elektrisches Licht», freut sich eine zu Recht stolze Elsy Amsler. Nebst dem Licht kann ein Mikroskop sowie ein kleiner Medikamentenkühlschrank von der Sonne mit Energie versorgt werden. Für den grossen Kühlschrank reicht die Leistung der Kollektoren nicht aus. Ziel ist es, im Laufe der Zeit die Photovoltaikanlage auf dem Spitaldach zu vergrössern, um auch weitere stromabhängige Gerätschaften von der Sonnenenergie profitieren zu lassen. Die neue Photovoltaikanlage wie auch der sehr sensible und für Reparaturen sehr anfällige Generator werden ab sofort von einem Elektriker regelmässig gewartet.

Ein Vorzeigeobjekt

Das massiv gemauerte, gut unterhaltene Erstversorgungsspital St. Elizabeth hat sich längst zu einem Vorzeigeobjekt gemausert. So wird das von der Regierung offiziell lizenzierte Health Center regelmässig von kenianischen wie auch von ausländischen Delegationen besucht. Für Elsy Amsler sind es aber nicht diese Besucher, denen ihr grosser Einsatz gilt. «Mama Elizza» – so wird die Fricktalerin in Kenia genannt, engagiert sich in erster Linie für die ärmste Bevölkerung Kenias. Bei diesem Engagement stehen Gesundheit, sauberes Wasser und Bildung stets im Vordergrund.

Seit der Eröffnung des Spitals wurden hier Tausende von Menschen behandelt. Spital bedeutet aber nicht nur Krankheit. Für das Spitalteam ist es jedes Mal ein freudiges Ereignis, wenn eine junge Mutter mit ihren gesunden Neugeborenen das «St. Elizabeth» verlassen kann. Viele dieser Frauen und Kinder hätten ohne das Engagement von Elsy Amsler nur geringe Überlebenschancen gehabt.