Hottwil

Die sonderbare Dame kehrt zurück

Sonderbar und liebenswürdig: die Bewohner der Villa Waldfrieden. ari

Sonderbar und liebenswürdig: die Bewohner der Villa Waldfrieden. ari

Vor 25 Jahren führten die Spielleute das Stück «Eine etwas sonderbare Dame» auf. Nun bringen sie es – neu inszeniert – wieder auf die Bühne.

In diesem Jahr präsentieren die Spielleute Hottwil die Sozialkomödie «Eine etwas sonderbare Dame» vom amerikanischen Schriftsteller John Patrick. Es ist ein zeitlos aktuelles Stück mit viel Tiefgang, ohne jeden Klamauk, aber viel hintergründigem Humor. Und es ist nicht das erste Mal, dass die Spielleute dieses Stück aufführen. Bereits vor 25 Jahren, kurz nach Gründung ihres Vereins, brachten sie es schon einmal auf die Bühne.

Darsteller in neuen Rollen

Als sie beim Aufräumen des Archivs viele Unterlagen darüber fanden, entstand die Idee, das Stück noch einmal zu inszenieren. Alle Gründungsmitglieder von 1989 sind noch dabei – «auf, hinter, vor oder neben der Bühne», wie Präsidentin Christa Leber mit einigen Stolz erklärt. Rolf Gärtner, Käthi Keller und Frank Stoll haben erneut tragende Rollen übernommen, wenn auch andere als damals. Der Älteste im Team ist 74 Jahre alt, führte 1991 Regie und ist heute in der Technik aktiv.

Regie führt bei der Neuinszenierung der erfahrene Zürcher Theaterleiter und Schauspieler David Imhoof, der bereits zum dritten Mal mit dem Hottwiler Darstellerteam zusammenarbeitet. Und das mit grosser Freude, wie er betont, denn alle bringen viel Engagement und Herzblut ein, die Kooperation sowie das gegenseitige Miteinander sei hervorragend. Ausserdem habe ihn auch sofort das Stück angesprochen, ein Credo für Toleranz und Offenheit gegenüber dem Andersartigen, die Stärke der angeblich Schwachen und der feine Witz.

Im Stück führt die etwas sonderbare Millionärswitwe Pia Waldmeier (Daniela Kalt) unbekümmert ihr Leben nach eigenen Regeln. Schon äusserlich fällt sie auf mit blauen Haaren, moderner Kleidung sowie ihrem unverzichtbaren Teddybär. Auch mit ihrem riesigen Vermögen geht die alte Dame eher locker um. Sie hat Stiftungen gegründet, die anderen Menschen Herzenswünsche erfüllen sollen, auch wenn sie noch so kurios sind. Und sie ist verständnisvoll, freundlich und grosszügig. Nicht immer behält sie dabei die Übersicht, was ihren Stiefkindern Titus, Samuel und Isabelle (Matthias Kalt, Beat Kurmann, Petra Keller) ein Dorn im Auge ist. Sie sehen das – ihnen vermeintlich zustehende – Erbe dahinschwinden. Deshalb lassen sie ihre Stiefmutter in die Anstalt «Waldfrieden» einweisen, damit sie entmündigt wird.

So wollen die drei das Vermögen an sich bringen. In der Villa «Waldfrieden» wird Pia von den anderen Mitbewohnern und dem Personal (Sabrina Müller, Marc Frey, Mirjam Müller, Rolf Gärtner, Christa Leber, Käthi Keller, Frank Stoll) sehr liebevoll aufgenommen und findet wahre Freunde, während ihre Stiefkinder beginnen, massiv Druck auf Pia auszuüben. Sie wollen ganz schnell an das Vermögen heran. Pia allerdings, clever und schlau, hat es an einem Ort versteckt, den nur sie kennt.

Sie führt die drei Erbschleicher auf peinliche Irrwege und falsche Fährten. Die Wut der Kinder wächst und damit die Mittel, die sie gegen die alte Dame anwenden. Kommen sie so ans Ziel? Das Publikum darf auf Überraschungen gespannt sein.

Die Aufführungen in der Turnhalle Hottwil finden am 11., 12., 16., 18. und 19. März jeweils um 20 Uhr und am 13. März um 10.30 Uhr statt.

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