Bildung
Die Situation der Fricktaler Schulen vor dem Systemwechsel

Die Vorbereitungen auf den Bildungs-Systemwechsel im Aargau laufen auf Hochtouren. An der Oberstufe fallen Stellen weg, Primarschulen suchen Französischlehrer.

Marc Fischer
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Die 5. und die 6. Primarklasse werden ab dem Schuljahr 2014/2015 in Frick auf dem Oberstufenareal unterrichtet. AZ (Archiv)

Die 5. und die 6. Primarklasse werden ab dem Schuljahr 2014/2015 in Frick auf dem Oberstufenareal unterrichtet. AZ (Archiv)

«Wir sind heftig am Vorbereiten, bereits seit dem vergangenen April besteht eine Task-Force», bestätigt Max Ernst, administrativer Leiter der Schule Frick.

Als Oberstufenstandort und Leitgemeinde gilt es, im Hinblick auf den Systemwechsel auf sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe vieles zu berücksichtigen.

«Die Oberstufe wird einiges kleiner», so Max Ernst, «es dürften bis zu zehn Vollzeit-Stellen wegfallen.»

Allerdings steht der Verkleinerung der Oberstufe in Frick ein Wachstum in Kindergarten und Primarschule gegenüber. Deshalb haben bereits alle Lehrpersonen von Frick einen Fragebogen erhalten, wo sie mitteilen können, wie sie ihre eigenen Perspektiven sehen.

Auf dem Oberstufenareal

«Neben der neuen 6. Primarklasse haben wir auch festgestellt, dass demnächst starke Jahrgänge mit steigenden Schülerzahlen auf uns zukommen. Ab 2014 werden wir deshalb den Kindergarten dreistufig führen müssen», erläutert der Administrativleiter die Pläne.

So werde Schulraum, der frei wird, zuerst teilweise, später wieder voll gebraucht. Die 5. und 6. Klasse wird ab dem Schuljahr 2014/15 auf dem Oberstufenareal geführt werden.

Zudem sei es sehr wohl möglich, dass im Bereich des Kindergartens bauliche Erweiterungen vorgenommen oder Räumlichkeiten zugemietet werden müssen.

Umnutzungen in Gipf-Oberfrick

Auch in Gipf-Oberfrick werden noch Sekundar- und Realschulklassen unterrichtet. «Die Raumplanungskommission arbeitet mit einem externen Büro, um verschiedene Möglichkeiten der Nutzung aufzuzeigen», erklärt Schulpflegepräsidentin Verena Buol Lüscher den Stand der Dinge. Es werden allerdings nur Umnutzungen ohne bauliche Massnahmen notwendig sein.

Sie macht zwei Hauptschwierigkeiten im Planungsprozess aus: «Das Einbeziehen aller Eventualitäten auf ein ganzes Jahrzehnt voraus ist sehr anspruchsvoll. Auch ist es eine mathematische Tatsache, dass rund ein Viertel aller Oberstufenlehrpersonen sich neu orientieren müssen.»

Unterschiedlich sind die Massnahmen in den umliegenden kleineren Gemeinden, wie eine Umfrage zeigt. In Wittnau sind genug Räume vorhanden und auch der Kindergarten befindet sich bereits in unmittelbarer Nachbarschaft, wie Schulpflegepräsident Remo Metzger erklärt.

Anbau in Oberhof geplant

In Wölflinswil dagegen sind gemäss Schulpflegepräsident Kurt Steck ein Umbau und eine Sanierung des Schulhauses vorgesehen: «Den für die 6. Klasse ab Schuljahr 2014/15 zusätzlich erforderlichen Schulraum wird die Schule Wölflinswil durch eine optimierte Nutzung der bestehenden Räumlichkeiten bereitstellen.» Die entsprechende Kreditvorlage hat die Gemeindeversammlung im Herbst 2012 bereits beschlossen. Umbau und Sanierung erfolgen in den Frühlings- und in den Sommerferien 2013.

Auch in Oberhof dürften bauliche Veränderungen anstehen, da wohl zu wenig Schulraum vorhanden ist. Derzeit steht ein Anbau im Vordergrund der Überlegungen, wie Schulpflegepräsidentin Claudia Jauch ausführte. Dieser muss allerdings erst noch von einer Gemeindeversammlung genehmigt werden.

Sorgen wegen Französischpensum

In Oeschgen ist man noch mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt, wie Schulpflegepräsidentin Patricia Meier ausführte. Schulräume seien genügend vorhanden, allenfalls könnte es aber in Bezug auf die Gruppenräume eng werden. Auch sei noch unklar, ob die sechs Primarklassen im System 2/2/2 oder 3/3 aufgeteilt würden.

In Ueken, Herznach Hornussen und Zeihen sind laut den Verantwortlichen höchstens kleinere Bauarbeiten zu Umnutzungszwecken notwendig. Der Systemwechsel sei gut zu bewältigen.

Auch im Hinblick auf das Personal haben sich die kleineren Gemeinden bereits Gedanken gemacht. Aus den Rückmeldungen wird ersichtlich, dass dabei das Französisch-Pensum, das neu für die Sechstklässler angeboten werden muss, zur Knacknuss werden könnte. Es umfasst nämlich nur vier Lektionen bei einer Klasse. «Es könnte problematisch werden, dieses Pensum zu besetzen», befürchtet zum Beispiel Claudia Jauch.

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