Rheinfelden

Die Seile sichtbar machen: Birdlife will verhindern, dass der Rheinsteg zur Vogelfalle wird

Wasservögel wie Schwäne könnten die Seilkonstruktion, vor allem die dünnen senkrechten Seile, nicht wahrnehmen, sagt Birdlife Aargau.

Wasservögel wie Schwäne könnten die Seilkonstruktion, vor allem die dünnen senkrechten Seile, nicht wahrnehmen, sagt Birdlife Aargau.

Die Vögel können vor allem die dünnen senkrechten Tragseile der Brücke nicht wahrnehmen – der Rheinsteg würde so zur Vogelfalle. Schwarz-weisse Plastikbänder könnten dies Verhindern.

Birdlife Aargau, der Dachverband der 123 Aargauischen Natur- und Vogelschutzvereine, hat Ende Februar Einsprache gegen den geplanten Rheinsteg in Rheinfelden eingereicht. Der Grund: Birdlife erachtet die Tragseil-Konstruktion am Steg als Vogelfalle. Die Stadt wurde damals von der Einsprache überrascht, hatte sie doch bei den Planungen die Vogel-Problematik einfliessen lassen.

Kommende Woche nun treffen sich alle Beteiligten zu einem Gespräch. «Unsere Position hat sich nicht geändert», sagt Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin von Birdlife Aargau im Vorfeld des Gesprächs. «Wir fordern, dass die Seile sichtbar gemacht werden, damit der Steg nicht zu einer Vogelfalle wird.»

Experte der Vogelwarte dabei

Vögel würden mit 40 bis 60 Kilometern pro Stunde dem Fluss entlang fliegen und sie könnten die Tragseile – «vor allem die dünnen, senkrechten» – nicht wahrnehmen, sagt Kathrin Hochuli. Birdlife Aargau fordere deshalb eine Anpassung der Konstruktion. «Verblendungen wären eine Möglichkeit», so Hochuli. Mit Verblendungen sind schwarz-weisse Plastikbänder gemeint, die an den Tragseilen angebracht werden könnten. Diese nehmen die Wasservögel wahr.

Mit am Tisch sitzt an den Gesprächen auch ein Experte der Vogelwarte Sempach. Dieser sei von der Stadt Rheinfelden beigezogen worden, sagt Hochuli. Sie betont, dass es Birdlife Aargau mit der Einsprache nicht um eine Fundamentalopposition gegen den geplanten Rheinsteg gehe. Aber: «Mit der vorliegenden Tragseilkonstruktion können wir uns nicht einverstanden erklären.»

Hochuli hofft, dass in den Gesprächen eine bessere Lösung gefunden wird. Das müsste auch im Sinne der Stadt sein, sagt sie. «Selbst wenn es den Bau um ein, zwei Monate verzögern sollte, ist dies fürs Image von Rheinfelden immer noch besser, als wenn auf dem neuen Steg immer wieder verletzte Schwäne liegen.

Gemäss dem ursprünglichen Zeitplan sollte im zweiten Halbjahr 2017 mit den Bauarbeiten für den Rheinsteg begonnen werden. Ob dies erreicht werden kann, ist noch offen. Es gilt auch noch, mit Privatpersonen zu verhandeln, die ebenfalls Einsprachen eingereicht haben. Dies will die Stadt tun, wenn das Thema Vogelflug geklärt ist.

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