In diesen Tagen beginnt die Gesellschaftsjagd in den Fricktaler Wäldern. Neben Rehen und Füchsen machen die Jäger dann auch Jagd auf Wildschweine. Zwar ist die Jagd auf die Schwarzkittel von Juli bis Februar erlaubt, doch «tendenziell sind Herbst und Winter die Hauptjagdzeiten für Wildschweine», sagt Erwin Osterwalder, von der kantonalen Sektion Jagd und Fischerei.

Viel Futter, neue Jagd-Taktik

Im vergangenen Jahr waren die Fricktaler Jäger sehr aktiv. 698 Wildschweine wurden in den beiden Bezirken Laufenburg und Rheinfelden erlegt – fast die Hälfte aller im Kanton geschossenen Schwarzkittel. Am treffsichersten waren dabei die Jäger im Revier Rheinfelden-Ost, die 37 Wildschweine erlegten.

Allerdings waren auch die Tiere in diesem Revier besonders aktiv und richteten einen Schaden in der Höhe von knapp 15 000 Franken an. Dieses Jahr sei es vergleichsweise ruhig gewesen, sagt Jagdaufseher Jean Louis Mehlin. «Wir waren aber im letzten Jahr auch fleissig.» Das sei nötig gewesen, da die Tiere damals in grossen Rotten unterwegs gewesen seien. Mehlin betont auch, dass in «sein» Revier nur wenige Tiere neu einwandern, «da es von der Autobahn und dem Rhein begrenzt wird».

Auch in Oberhof, wo letztes Jahr 36 Wildschweine geschossen wurden und eine Schadenssumme von rund 15 000 Franken anfiel, herrscht dieses Jahr Ruhe. «Wir haben bisher weniger Abschüsse und sicher 50 Prozent weniger Schäden», sagt Rolf Stephani von der Jagdgesellschaft Oberhof.

Als Grund führt er an, dass die Schwarzkittel dieses Jahr einen reich gedeckten Tisch vorfinden: «Die Eicheln und Buchennüsse liegen teilweise zentimeterdick.» So können sich die Wildschweine nachts ungesehen satt essen und kommen nur «zufällig» zu den Kirrungen, den von Jägern angelegten Anfütterungsstellen.

Am langjährigen Wildschweine-Hotspot Olsberg ist es dieses Jahr ebenfalls ruhig geblieben. «Die Schäden liegen noch tiefer als letztes Jahr.», sagt Jagdaufseher Daniel Gerber. 2015 hatte man im Revier Olsberg-Nord zwar zahlreiche Abschüsse, aber eine Schadenssumme von unter 2000 Franken.

Eine Erklärung liegt für Gerber in der veränderten Jagd-Taktik seit dem Pachtwechsel. «Wir jagen mit hohem Druck bei Vorfällen auf dem Feld, aber weniger bei den Kirrungen im Wald», so Gerber. Die gelehrigen Wildschweine hätten dies gemerkt und blieben nun vermehrt im Wald. «Derzeit sind alle zufrieden», so Gerber, «die Lage kann sich aber schnell ändern.»

Während die Fricktaler Jäger also von einer eher ruhigen Situation sprechen, kann Erwin Osterwalder in der kantonalen Gesamtsicht diesen ruhigen Eindruck nicht bestätigen: «Die von Wildschweinen verursachten Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen bewegen sich dieses Jahr leicht über dem langjährigen Mittel», sagt er.