Während die meisten Schülerinnen und Schüler wohl kaum erwarten können, dass in einer Woche die langen Sommerferien beginnen, sind noch nicht alle Schulverantwortlichen im Aargau in Ferienstimmung. Für den Schulanfang im August gibt es derzeit noch immer knapp 100 freie Lehrerstellen. Dies zeigt ein Blick auf die Stellenausschreibungen im kantonalen Schulportal. Die Vakanzen verteilen sich über alle Schulstufen, am meisten unbesetzte Stellen gibt es aber auf der Primarstufe (33), im Kindergarten (15), in der Logopädie (13) und im Bereich integrierte Heilpädagogik (12).

Die Entwicklung der freien Stellen seit dem Ablauf der Kündigungsfrist Ende April entspreche in etwa jener der Vorjahre, sagt Simone Strub Larcher, Leiterin Kommunikation im Departement Bildung, Kultur und Sport. «Wir gehen davon aus, dass bis zum Beginn des Schuljahrs nahezu alle Stellen besetzt werden können.»

Im Fricktal ist dieser Zustand bereits jetzt erreicht. Nur noch sechs Stellen sind im Schulportal für August ausgeschrieben. «Wenn alles glatt läuft, ist unsere freie Stelle nächste Woche besetzt», sagt die Laufenburger Schulleiterin Simone Ackle-Lüchinger. Trotz einer sehr spezifischen Ausschreibung sei die Nachfrage nach den zehn Wochenlektionen Englisch gross gewesen. Auch in Eiken ist eine Lösung für die Vakanz gefunden und in Rheinfelden sind «bis auf wenige Kleinpensen in der Logopädie» alle Stellen besetzt.

Schwierige Lehrersuche

Gansingen gehört zu den glücklichen Gemeinden, die bereits alle Pensen für das kommende Schuljahr vergeben haben. Entsprechend erleichtert ist der Gansinger Schulleiter Urs Ammann. Er sagt aber auch: «Einfach war es keineswegs. Wir mussten auch Kompromisse machen.» So wurden etwa Lehrpersonen angestellt, die ihre Ausbildung noch nicht ganz abgeschlossen haben. «In dieser Hinsicht kommt uns zugute, dass wir kleine Pensen haben, so können die Lehrpersonen parallel weiterstudieren.»

Ammann hat bei der Stellenbesetzung festgestellt, dass vor allem auf der Stufe Kindergarten und im Bereich Heilpädagogik «der Markt ausgetrocknet» ist. Ähnlich drückt sich Angela Diesner, Schulleiterin in Eiken, aus. Sie ist froh, dass sie dieses Jahr kaum freie Stellen besetzen musste. «Es gibt keinen grossen Bewerbermarkt», sagt sie. «Jede offene Stelle ist eine Gratwanderung.» Und Heidi Federli-Bielser, Leiterin der Schulverwaltung Rheinfelden, sagt: «Es ist schwierig, qualifiziertes Lehrpersonal zu finden. Es gingen pro Ausschreibung nur wenig Bewerbungen ein.»

Diese Erfahrung hat auch Patrick Geiger, Schulleiter der Kreisschule Wegenstetten-Hellikon und der Schule Zuzgen, gemacht, «obwohl wir früh dran waren.» Dennoch ist es ihm gelungen, alle Vakanzen zu besetzen. Jede Stelle spreche zudem auch wieder andere Lehrpersonen an, sagt er. Neben Fächern und Pensen-Umfang gebe es weitere Kriterien: «Die einen bevorzugen etwa Jahrgangsklassen, die anderen altersgemischte Klassen.»