Laufenburg/Kaisten

Die «Schlossbärghüüler» haben bald ausgeheult

Nomen est omen: 2013 posierten die Schlossbärghüüler auf dem Laufenburger Schlossberg.

Nomen est omen: 2013 posierten die Schlossbärghüüler auf dem Laufenburger Schlossberg.

Die «Schlossbärghüüler» guggen zum letzten Mal – mit 80 Musikern und vielen Emotionen.

Am 26. Februar fällt der Vorhang endgültig. Im Anschluss an den Laufenburger Fasnachtsumzug hat die Guggenmusik Schlossbärghüüler Laufenburg/Kaisten ihren letzten Auftritt. «Das wird ganz sicher emotional», sagt Urs Baltischwiler, Gründungsmitglied und «Hüüler» mit den meisten Fasnachtssaisons. Vize-Präsident Tobias Marbot ergänzt: «Ich habe jetzt schon Hühnerhaut, wenn ich daran denke.»

Die Wehmut, dass die Guggenmusik nach 27 Jahren aufgelöst wird, ist bei beiden spürbar. An der letzten Generalversammlung haben die Mitglieder den Entscheid gefällt. «2016 hatten wir noch 27 Aktive, für diese Fasnachtssaison wären es noch 17 gewesen», erklärt Tobias Marbot. Zu wenige für die eigenen musikalischen Ansprüche der «Hüüler». Zu wenige auch für die Ansprüche des Publikums. «Das haben wir bereits an der letzten Fasnacht gemerkt. Es ist halt nicht das Gleiche, ob 27 oder 54 Musiker zusammen spielen.»

Audio-Dateien zum Üben

Lange Zeit war es für die Schlossbärghüüler kein Problem gewesen, 54 Mitglieder zu erreichen. Das war stets die in den Statuten festgelegte Obergrenze - «weil nicht mehr in einem Reisecar Platz haben.» Entstanden ist die Guggenmusik aus der einstigen Tradition, an den Faissen in den Laufenburger Läden zu singen. Einige Musikschüler haben dann begonnen, zu musizieren, statt zu singen.

Bei der eigentlichen Vereinsgründung reichte noch ein kleiner Tisch, doch schon bald erlebten die Schlossbärghüüler einen Boom. «Guggenmusiken waren ohnehin im Trend und wir hatten einige sehr starke Jahrgänge. Kollegen aus Jungwacht und Blauring kamen zusammen zu uns», erinnert sich Baltischwiler. Ein weiterer Grund für den grossen Zulauf: «Wir gingen die Sache etwas professioneller an, wollten dem Publikum musikalisch etwas bieten.» So habe man schon früh die Noten per Post verschickt und Audio-Dateien zum Üben der einzelnen Stimmen erstellt. Neben Leuten mit einer guten musikalischen Grundausbildung habe es aber trotzdem auch Platz gehabt für Anfänger, die ein Instrument lernen wollten.

Spezielle Abschiedstour

Schon bald war die Guggenmusik über die Region hinaus bekannt und hatte Auftritte in der Romandie, im Tessin, in der Ostschweiz oder auch in Deutschland. Beliebt waren die «Hüüler» dabei nicht nur wegen ihren kraftvollen Auftritten. «Wir sind jeweils auch lange geblieben und haben auch nach den Auftritten für Stimmung gesorgt», sagt Urs Baltischwiler lachend. Doch in den letzten Jahren hat sich ein Vorteil der «Hüüler» in einen Nachteil verwandelt. «Viele Mitglieder sind vor Jahren gemeinsam mit Kollegen zu uns gekommen. Nun haben sie auch gemeinsam aufgehört.» Sie setzen die Prioritäten heute eher auf die Familie oder wohnen gar nicht mehr in der Region. Neue Mitglieder fanden sich - trotz Werbung an Schulen und an der Fasnacht – kaum. «Der Boom ist etwas vorbei, das merken sogar die Guggen in der Innerschweiz», so Marbot.

Dass die «Hüüler»-Familie aber weiterhin zusammenhält, zeigt sich beim Projekt Abschiedstour. «Wir wollen uns beim Publikum für die vielen schönen Momente bedanken und noch einmal zeigen, was wir draufhaben», erklärt Urs Baltischwiler. Deshalb gibt es an der kommenden Fasnacht die Schlossbärghüüler in grösserer Formation denn je: Knapp 80 aktive und ehemalige «Hüüler» – einige waren 15 Jahre nicht mehr aktiv – stehen gemeinsam auf der Bühne und spielen ein Best-of der Vereinsgeschichte. Möglich wurde dies dank weniger Proben, weniger Auftritten und keinen Arbeitsverpflichtungen. Auch die Fasnachtsbeiz «Hüüler-Hööli» gibt es nicht mehr. «So können wir uns noch einmal auf die Musik konzentrieren und Vollgas geben», so Baltischwiler, «und uns würdevoll verabschieden.» Und nun ist auch eine grosse Vorfreude spürbar auf die Abschiedstour mit all ihren Emotionen.

Die Schlossbärghüüler beginnen ihre Abschiedstour am kommenden Samstag, 21. Januar, an der Jubiläumsparty der Barocker in der Stadthalle Laufenburg.

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